Wenn du deine Gefühle fühlst, bedeutet das nicht, dass du dich ausgiebig in ihnen suhlst. Es bedeutet auch nicht, dass du jetzt ganz empfindlich wirst und jedem von deinen Gefühlen erzählst. Es bedeutet außerdem nicht, dass du die anderen für deine Gefühle verantwortlich machst. Es ist das exakte Gegenteil. Es bedeutet, dass du dich nicht mehr in deinen Gefühlen suhlst und sie stattdessen so wahrnimmst, wie sie tatsächlich sind: als Körperempfindung und nicht als Gedanke. Dadurch erkennst du auch, dass eben nicht die anderen für deine "Fühlis" zuständig sind und dass man deine "Fühlis" auch gar nicht verletzen kann, sondern dass du dich verletzt fühlst und deshalb auch du ganz alleine dafür zuständig bist.
Der Mainstream macht aus dem Fühlen deiner Gefühle wieder einen neuen Scheiß. Sie interpretieren es vollkommen falsch und sie machen es falsch. Das kannst du an jeder Ecke beobachten, wo Menschen über ihre Gefühle sprechen. Ganz besonders beliebt ist diese falsche Interpretation bei den Linken und Woken. Sie sind der Meinung, über ihre Gefühle zu sprechen, sie dem anderen mitzuteilen, sei die Lösung. Doch damit findet nichts anderes statt als vorher. Man gibt weiterhin dem anderen die Schuld an seinen Gefühlen und man meint, wenn man ihm das mitteilt, könnte er endlich aufhören, diese Gefühle bei einem selbst auszulösen. Den damit verbundenen Wahnsinn erkennt man nicht. Man macht einfach so weiter wie vorher, jetzt nur unter einem spirituellen Deckmantel.
Auch der Versuch, negative Gefühle zu transformieren und in andere Gefühle umzuwandeln, hat nichts mit "Gefühle fühlen" zu tun. Transformation ist ein Prozess, den man nicht machen kann. Er geschieht, wenn du etwas tust. Er geschieht aber nicht auf die Art und Weise, wie du es gerne hättest. Eine innere Transformation findet vor allem dann nicht statt, wenn du dich an äußeren Zielen orientierst. Deine Gefühle verändern zu wollen ist nicht nach innen gehen. Das ist das Äußerste, das du dir wünschen kannst. Nach innen zu gehen bedeutet, nichts mehr verändern zu wollen. Und das bedeutet dann nicht, dass sich nichts mehr verändert. Denn das ist die größte Veränderung, die du jemals erreichen kannst.
Alle Menschen wollen ständig alles verändern. Derjenige, der zum ersten Mal in seinem Leben nichts mehr verändern möchte, sorgt für die größte Veränderung überhaupt. Und dann geschieht Transformation von ganz alleine. Frei von Wille, frei von Programmen, frei von Ego. Dann erreichst du das, wovon die Weisheitslehrer alle berichten, was aber kaum jemand hören kann, weil wir immer noch viel zu viele Konzepte damit verknüpfen. Und aus diesen Konzepten entsteht auch Gefühlsduselei.
Gefühlsduselei ist nicht der Weg. Im Gegenteil, Gefühlsduselei steht dir im Weg.