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    13.12.2025AQ 2941
    »Der Versuch, dich distanziert und unidentifiziert auszudrücken, ist eine weitere spirituelle Flucht.«
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    Der Versuch, dich durch bestimmte Formulierungen distanziert und unidentifiziert auszudrücken, spaltet dich von dir selbst ab. Es ist der Versuch, durch Worte einen inneren Zustand zu erreichen, der jetzt noch nicht hier ist. Es gibt Menschen, die drücken sich distanziert und unidentifiziert aus und es ist die Wahrheit. Das sind zum Beispiel Erleuchtete. Sie verwenden die Worte, um auszudrücken, wie es für sie ist. Sie sind also zuerst in einem bestimmten Zustand und dann sprechen sie darüber. Sie haben nicht versucht, ihre Sprache zu verändern und dadurch diesen Zustand zu erreichen.

    Dummerweise ist unser Verstand eine Nachahmungsmaschine. Und wenn der Verstand einen Erleuchteten reden hört und diese Erleuchtung selbst anstrebt, dann versucht er das, indem er die Sprache des Erleuchteten übernimmt. Das ist dann aber nicht echt und authentisch, sondern künstlich und nachgemacht. Unidentifiziert solltest du dich also nur ausdrücken, sobald du es bist. Bis dahin bist du identifiziert und deshalb passt die identifizierte Ausdrucksweise auch gut zu dir. Die Gefühle im Körper wahrzunehmen, ist das Gegenteil von Distanz und Desidentifikation. Es ist die komplette Identifikation mit dem, was tatsächlich ist. Distanzierte und unidentifizierte Ausdrucksweise ist das Gegenteil von Fühlen. Eine unidentifizierte Ausdrucksweise verhindert Fühlen und macht es sogar unmöglich.

    Die menschliche Erfahrung ist Identifikation. So zu tun, als würde man sich nicht damit identifizieren, bedeutet automatisch, dass der Verstand so tut, als würde er nichts fühlen. Und genau das ist ja unser Problem. Wir sprechen zwar über Gefühle, aber wir fühlen sie nicht im Körper. Deshalb sind wir die ganze Zeit unidentifiziert. Durch zusätzliches unidentifiziertes Mitteilen sind wir weiterhin nicht in der Lage, unsere Gefühle wahrzunehmen. Unbewusste Desidentifikation ist gerade der Kern von Trauma. Wir verdrängen den Schmerz, indem wir so tun, als wären wir mit unserem Körper nicht anwesend. Wenn wir das jetzt auch noch in unsere Sprache einfließen lassen, haben wir unseren Zustand zementiert und nicht verändert.

    Die Menschen verstehen immer noch nicht, dass es nicht um die Methode geht, sondern darum, was wir aus ihr machen. Und solange unser Verstand die Macht behält, macht er aus jeder Methode Blödsinn. Er verwendet dann alles, um sich zu erklären und zu rechtfertigen und er nützt alles als Entschuldigung. Aber nicht im Sinne einer Entschuldigung, sondern in dem Sinn, dass er es auf einen bestimmten Umstand schiebt. Ganz einfach ausgedrückt sagt er dann Sachen wie: "Ich kann das nicht. Ich bin traumatisiert." Er verwendet also die Methode gegen dich, statt für dich.

    Drück dich einfach so aus, wie es für dich tatsächlich ist. Das ist authentisch und das ist ehrlich. Wenn du stattdessen versuchst, unidentifiziert zu tun, wirst du den Kern deines Wesens nie erfassen. Stattdessen wirst du im Schauspiel gefangen bleiben. Im Schauspiel der Desidentifikation und im "erleuchtet tun". Du bist identifiziert, also sprich auch so. Und versuche nicht durch Worte etwas vorzutäuschen, was überhaupt nicht ist.

    Spiritualität ist kein Hexenwerk. Es ist das Gegenteil von Desidentifikation.