Etwas zu wissen, ist nicht interessant. Interessant ist der Abgleich des Wissens mit deiner erlebten Realität. Ohne diesen Realitätsabgleich bleibt alles nicht nur graue Theorie, sondern es bleibt auch langweilig. Ohne eigenes Erleben, ohne eigene Erfahrung, ohne eigene Tests bekommst du keinen echten Einblick. Du kannst es noch so gut auswendig wissen, nichts ersetzt die Erfahrung.
Der Verstand nutzt unser Wissen als Hindernis. Er bildet sich etwas darauf ein, was wir wissen. Und er ist überzeugt davon, dass es genügt, etwas zu wissen. Viele Menschen kennen das, ohne dass es ihnen klar ist. Der Verstand verwendet Wissen als Trauma. Erst macht er dich fertig, dass du mehr wissen musst, um etwas tun zu können. Wenn du es dann weißt, genügt es nicht. Also musst du mehr Wissen anhäufen, das dann immer noch nicht genügt. Und so hält er dich in einer Wissensspirale gefangen.
Dadurch kommst du nie dazu, etwas umzusetzen. Der Verstand hat zu viel Angst, dass du scheitern könntest. Deshalb fängt er lieber erst gar nicht an. Lustigerweise hat er damit recht. Du wirst scheitern. Doch sein Rückschluss ist falsch. Die Tatsache, dass du scheitern wirst, bedeutet nicht, dass du nicht anfangen solltest. Denn erst wenn du beginnst und scheiterst, wirst du Erfahrungen machen, die dein theoretisches Wissen mit deiner tatsächlich erlebten Realität abgleichen.
Ohne diesen Realitätsabgleich kannst du niemals erfolgreich sein. Du kannst auch nichts lernen. Denn "auswendig gelernt" ist nicht tatsächlich gelernt. Gelernt ist es erst, wenn es durch Erfahrung integriert ist. Und von dieser Erfahrung brauchst du in der Regel nicht nur eine, sondern viele verschiedene Erfahrungen. Nur wenn du dich und deine Erfahrungen nicht verurteilst und abwertest, bekommst du einen realistischen Einblick, wie es wirklich ist. Solange du deine Erfahrung als Ausnahme wertest und so tust, als würdest nur du scheitern, bekommst du eine komplett verzerrte Perspektive.
Es mag sein, dass es einige gibt, denen viel mehr gelingt als dir. Das bedeutet aber nicht, dass sie die Erfahrung des Scheiterns nicht machen. Das Gefühl des Scheiterns ist auch auf sehr hohem Niveau möglich, weil unsere Gefühle nichts mit der Realität, sondern mit unserer Programmierung und unserem Emotionalkörper zu tun haben. Und um das realistisch abzugleichen, musst du Erfahrungen machen.
Deshalb bringt es nichts, auf den perfekten Zeitpunkt zu warten. Der kommt nicht. Denn den gibt es nur in der Theorie. All dein Wissen gibt es ebenfalls nur in der Theorie. Und ohne Realitätsabgleich hat dieses Wissen überhaupt keinen Wert.