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    8.12.2025AQ 2936
    »Der Moment, in dem du denkst, dass du verrückt wirst, ist der Moment, in dem du aus dem Verrücktsein herauskommst. Soham«
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    Verrückt sein kannst du nur, wenn es dir nicht auffällt. Sobald du Angst vor dem Verrücktsein bekommst, fällt es dir auf. Und das ist der Moment, in dem du aus dem Verrücktsein heraustrittst.

    Es ist ganz normal, dass dir das Angst macht. Würde es dir keine Angst machen, könnte es dir überhaupt nicht auffallen. Nur wenn du etwas fühlst, fällt es dir auf. Ohne Gefühl keine Erkenntnis. Wenn du Angst bekommst, verrückt zu werden, fällt dir dein eigener Wahnsinn auf. Das fühlt sich zwar unangenehm an, ist aber das Gegenteil von Wahnsinn, also das Gegenteil dessen, wovor du Angst hast.

    Es ist der Beginn deiner Klarheit. Du bist auf dem Weg, nüchtern zu werden. Wärst du tatsächlich wahnsinnig, würde es dir überhaupt nicht auffallen. Du wärst unzurechnungsfähig. Sobald es dir selbst auffällt, wirst du wieder zurechnungsfähig. Es bedeutet, dass du dich selbst wieder reflektieren kannst und das ist das Gegenteil von Wahnsinn. Der Moment, wenn du denkst, verrückt zu werden, ist also der Moment, aus dem Wahnsinn heraus.

    Niemand sagt dir das und niemand sagt es dir so schön wie mein Lehrer Soham. Und so hat er es ausgedrückt:

    "Der Moment, in dem du denkst, dass du verrückt wirst, ist der Moment, in dem du aus dem Verrücktsein herauskommst. Weil das Ego die Verrücktheit ist. Wenn sich das Ego auflöst, dann fühlt es sich so an, als würde alles auseinanderfallen. Ich will alles zusammenhalten. Ich will es kontrollieren. Wenn wir erst einmal alles losgelassen haben, wird es leicht. Aber dieser anfängliche Moment, dieses Stadium, in dem wir noch nicht so genau wissen, ob wir wirklich alles gehen lassen wollen oder nicht, ist der schmerzliche Teil.

    Ich habe ein Bild. Es ist ein Fluss. Du bist in dem Fluss, aber du bist nahe beim Ufer und am Ufer sind Steine und da wachsen Pflanzen mit Dornen. Das ist schmerzhaft. Wenn wir denken, dass der Fluss gefährlich ist und wir versuchen, uns festzuhalten, dann halten wir uns an Steinen und Dornen fest. Wenn wir einmal loslassen und in die Mitte des Flusses kommen, dann werden wir einfach getragen.

    Es ist dieses anfängliche Stadium, das schmerzhaft ist. Und so ist es für jeden. Ich kann keinen Rat geben, außer: Lass los. Vertrau dem Fluss."

    Verrücktsein
    Erkenntnis
    Ego
    Festhalten
    Loslassen