Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    StefanHiene
    • Audioquickies
    • Entbildung
    • Kryptogold
    • Goldesel
    • Kostenlos
    • Shop
    Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    StefanHiene
    Start
    AQ
    Anmelden
    Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    © 2026 Stefan Hiene
    ImpressumDatenschutzAGBKontaktKaffeeHilfe
    Alle Audioquickies
    26.11.2025AQ 2924
    »Der Staat ist nicht das Problem. Diejenigen, die ihn ohne Eigennutz aus Überzeugung verteidigen, sind es.«
    0:000:00

    Mit dem Staat verhält es sich wie mit allen anderen Institutionen: Sie existieren überhaupt nicht. Es sind lediglich Worte für die Zusammenkunft und Rollen von Menschen. Ein ganz einfaches Beispiel ist die Schule. Die gibt es auch nicht. Es gibt nur Menschen, die an ihre Rollen glauben. Lehrer, Schüler und Eltern. Und wenn sich Lehrer und Schüler in einem Gebäude treffen, dann nennt man das Schule. Diese Schule existiert aber nicht aus sich selbst heraus. Sie existiert nur, weil sich dort Menschen treffen und sich entsprechend ihrer ihnen zugeschriebenen Rollen verhalten.

    Die meisten nehmen diese Rollen freiwillig an und diejenigen, die es nicht tun, werden zurechtgewiesen. Notfalls mit Gewalt. Wenn einer seine Rolle anders interpretiert oder lebt als die anderen und alle anderen trotzdem weiterhin an ihre Rollen glauben und sie leben, verändert das nichts. Das System Schule besteht weiterhin und es besteht so lange, solange genügend Menschen an ihre Rollen glauben und sie auch ausfüllen. Für die Stabilität dieses Systems sorgen die Anzahl der Menschen, die an ihre Rollen glauben und ihre Rollen perfekt spielen. Je selbstverständlicher sie das machen und je überzeugter sie davon sind, desto stabiler erscheint dieses System.

    Stell dir einmal ein Schulgebäude vor, in dem viele Menschen davon überzeugt sind, sie seien Lehrer. Doch diejenigen, die wir Schüler nennen, kennen und leben ihre Rolle nicht. Sie leben sie auch dann nicht, wenn die Lehrer ihnen sagen, sie seien Schüler und sie müssten sich jetzt hinsetzen und ruhig sein. Dann würden die Lehrer die Eltern einladen und mit ihnen über die Rolle ihrer Kinder sprechen. Sie würden sie auf ihre Pflicht als Eltern hinweisen, ihren Kindern zu vermitteln, dass sie Schüler sind. Die Eltern haben nur ein Problem: Sie kennen das System Schule nicht. Und deshalb hören auch sie nicht auf die Lehrer.

    Ab diesem Punkt würde das System sehr wahrscheinlich seine hässliche Fratze zeigen. Es ist aber immer noch kein echtes System, sondern es sind immer noch Menschen. Und die Menschen, die sich Lehrer nennen, würden zur Polizei gehen und von ihr verlangen, dass die Kinder und Eltern gemaßregelt werden. Das würde bei der Anzahl derjenigen, die nicht verstehen, was Schule ist, überhaupt nicht funktionieren. Denn dafür gibt es nicht genügend Polizisten. Auch die Polizisten sind nur Menschen, die an das System Schule glauben.

    Systeme funktionieren also nur, wenn genügend Menschen daran glauben und richtig gut funktionieren Systeme dann, wenn die Menschen nicht nur daran glauben, sondern das System ohne Eigennutz, aber aus tiefster Überzeugung verteidigen. Vielleicht verteidigen sie es sogar deshalb, weil sie selbst darunter gelitten haben. Und sie verteidigen es dann nur, weil sie es gerecht finden, dass auch andere darunter leiden. Und natürlich gibt es auch einige Beteiligte, die dieses System eigennützig verteidigen. So zum Beispiel die Lehrer, weil ihre Einnahmen vom System Schule abhängen.

    Systeme sind also nie das Problem. Das Problem sind immer die Menschen und ihre Überzeugungen. Und die Menschen lieben ihre Überzeugungen. Sie binden sich so sehr an ihre Überzeugungen, dass sie an ihnen wie an Ketten gefesselt sind. Deshalb macht es keinen Sinn, auf die anderen zu warten, bis sie sich verändern oder bis sie bereit sind, sich zu verändern. Es muss immer der ausbrechen, der dafür bereit ist.

    Die Pioniere haben es dabei natürlich meistens schwerer, aber dafür erleben sie auch ein Abenteuer. Bei diesem Abenteuer ist es wichtig, das Ungeheuer nicht zu füttern. Die meisten versuchen das Gegenteil. Sie erwarten, dass sie mit ihrer neuen Überzeugung alle anderen überzeugen. Überzeugungen haben aber noch nie jemand substanziell überzeugt.

    Das einzig wirklich Überzeugende ist das eigene Beispiel. Ohne eigenes Beispiel ist jede Überzeugung wertlos. Und das beste eigene Beispiel ist nicht der eigene Kampf, sondern die Abkehr vom Kampf.

    Staat
    Institution
    Überzeugung
    Rolle