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    24.11.2025AQ 2922
    »Betreute Spiritualität ist keine.«
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    Betreute Spiritualität ist wie betreutes Denken. Betreutes Denken ist kein Denken. Betreute Spiritualität ist keine Spiritualität. Wenn du einen Adventskalender mit geführten Meditationen brauchst, dann bist du nicht spirituell, sondern abhängig. Spiritualität ist dazu da, dich zu befreien, nicht um dich zu binden. Das bedeutet nicht, dass du keine Hilfe annehmen darfst. Es bedeutet auch nicht, dass du nicht zu einem spirituellen Lehrer gehen darfst. Aber es bedeutet, dass du nicht im üblichen Konsumwahn einer scheinbaren Spiritualität frönst.

    Gelebte Spiritualität ist weder modern noch ein Lifestyle. Sie passt nicht zu den gängigen Marketingmethoden und sie passt auch nicht zur üblichen Betreuung im Coaching-Bereich. Du wirst nicht spirituell, indem du eine Aufgabenliste abhakst. Auch Morgenroutinen werden dir nicht dabei helfen. Es bringt auch nichts, wenn du Blogartikel liest, wie und wann du ein spiritueller Mensch bist. Das ist alles der Blödsinn, den du machst, bevor du spirituell bist.

    Um spirituell zu sein, muss sich etwas Grundlegendes in dir verändern. Du musst den Geschmack von Freiheit wahrnehmen. Etwas, das deinen Kern trifft und ihn bestätigt. Dein Lehrer muss dich in deinem spirituellen Sein unterstützen und dein spirituelles Sein hat nichts mit einer Tätigkeit zu tun. Es ist dein innerster Kern. Das, was du wirklich bist.

    Ein spiritueller Coach kann dich dort nicht hinführen, denn die spirituellen Coaches bilden sich selbst etwas auf ihre Routinen ein. Spiritualität ist keine Routine. Selbst dann nicht, wenn du jeden Morgen meditierst. Eine spirituelle Praxis, die auf eine halbe Stunde am Morgen beschränkt ist, ist keine. Denn das ist nicht praktisch. Es ist höchst unpraktisch.

    Spiritualität muss ein Teil deines gelebten Alltags sein. Und das muss noch nicht einmal irgendjemand mitbekommen. Die meisten Menschen stellen sich dabei vor, dass sie in öffentlichen Verkehrsmitteln meditieren müssen oder dass sie ihren Kleidungsstil ändern müssen, damit alle sehen, dass sie spirituell sind. Spiritualität, die sich nur durch spirituelle Routinen ausdrückt, kannst du getrost komplett vergessen. Spiritualität, die sich nach außen ausdrückt, auch.

    Spiritualität ist die Fähigkeit zur Selbsterinnerung unter allen Umständen und zu jedem Zeitpunkt. Spiritualität ist nicht, wenn du immer freundlich bist oder ständig über beide Ohren grinst. Außer dir selbst muss niemand mitbekommen, dass du spirituell bist. Wenn du immer wieder in die betreute Spiritualität zurückfällst und konstant neue Anreize brauchst, um spirituell sein zu können, dann sitzt du in der Betreuungsfalle.

    Ein Lehrer, der dich nur mit ständig neuen Inhalten begeistern kann, ist überhaupt kein guter Lehrer. Er treibt einfach nur eine Sau nach der anderen durchs Dorf, um dir den Eindruck zu geben, dass es ständig Neues zu lernen gibt. Spiritualität kann aber kein Lerninhalt sein, weil Spiritualität das Gegenteil von Inhalten ist. Dabei ist es egal, wie viel du schon vergessen hast. Viel wichtiger ist, so präsent zu sein, dass du nicht mehr in die alte Falle des Ansammelns von Wissen tappst.

    Jeder spirituelle Moment in deinem Leben muss eine Möglichkeit sein, alles zu vergessen, was du weißt. Diese Fähigkeit ist wertvoller als alles Wissen dieser Welt. Denn erst in dieser Bereitschaft, nichts zu wissen, kann alles Notwendige zu dir kommen. Und in diese Bereitschaft können dich weder betreutes Denken noch betreute Spiritualität jemals bringen.

    Betreuung
    Spiritualität
    Lehrer
    spirituelles Sein
    innerster Kern