Die Idee von einer Elite, die uns kontrolliert, beinhaltet die Idee, dass sie von ihrer Position profitieren würde. Sprich, dass ihr ihre Kontrolle über uns dabei helfen würde, glücklich zu sein oder zumindest sich gut zu fühlen. Doch das ist nicht der Fall. Denn um glücklich sein zu können, brauchst du keine Macht und keine Kontrolle über andere. Ganz im Gegenteil. Dein Streben nach Macht und Kontrolle hält dich davon ab, glücklich zu sein.
Das kannst du in deinem eigenen Leben überprüfen. Macht macht süchtig. Kontrolle macht süchtig. Du willst immer mehr davon. Und dieses Wollen steht deinem Glück im Weg. Und wenn es deinem Glück im Weg steht, dann steht es auch dem Glück von allen anderen im Weg.
Es kann also gar niemanden geben, der von deiner Unterdrückung profitiert. Viele Menschen bilden sich das aber ein. Das Gegenteil ist der Fall. Deine Unterdrückung schadet denen, die dich unterdrücken. Sie können nicht zufrieden und schon gar nicht glücklich sein. Sie sind in einem Strudel aus Gier nach Macht gefangen. Das ist die Hölle. Und die kreieren sie sich selbst.
Unsere Projektion, andere würden von unserem Unglück durch Unterdrückung profitieren, sorgt dafür, dass wir noch unglücklicher werden. Außerdem werden wir dadurch neidisch auf die Unterdrücker. Und das sollten wir nicht sein. Denn sie profitieren von ihrem Verhalten nur scheinbar. Tatsächlich leiden sie viel mehr darunter, als wir uns vorstellen können. Sie sind Getriebene und als solche immer unzufrieden. Das kennen wir von uns selbst auch und dort könnten wir beginnen.
Wir könnten bei uns selbst untersuchen, woher unser Antrieb kommt. Und wir könnten untersuchen, ob es ein positiver Antrieb ist oder ob wir Getriebene sind. Dabei müssen wir maximal ehrlich sein, denn wir können uns in diesem Bereich richtig gut selbst verarschen. Wir unterstellen uns selbst ein paar positive Ambitionen und weitere gute Absichten und schon haben wir unser Getriebensein in einen positiven Antrieb verwandelt. Es gibt sogar spirituelle Coaches, die das machen. Die haben dann Burnout und müssen für drei Monate Pause machen, um dann wieder voll einzusteigen.
Außerdem könnten wir unser Streben nach Macht und Kontrolle untersuchen. Die Elite hält uns den Spiegel vor — und zwar genau den Spiegel, den wir überhaupt nicht gerne sehen. Denn was sie im Großen betreibt, machen wir im Kleinen. Was uns unterscheidet, sind oft nur die Möglichkeiten und damit die Dimension von Kontrolle und Macht.
Deshalb können wir die Elite in uns selbst untersuchen. Wir können uns fragen, warum wir denken, dass wir durch Macht und Kontrolle glücklich werden und warum wir nicht erkennen, dass wir von unserem Machtstreben überhaupt nicht profitieren.