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    5.11.2025AQ 2903
    »Jede Bewegung außerhalb von dir wird scheitern.«
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    Es gibt derzeit einen großen Trend: Menschen wollen Bewegungen initiieren. Das hat manchmal rein geschäftliche Gründe und manchmal hat es ideologische oder auch emotionale Gründe. Und oft wird alles vermischt. Die geschäftlichen Gründe sind leicht erklärt: Wir versuchen damit Kunden zu binden. Die ideologischen und emotionalen Gründe fallen uns viel schwerer zu erkennen. Ganz egal, ob es sich um eine Bewegung, einen gemeinsamen Protest, eine gemeinsame Demonstration oder irgendeine andere Form von Zusammenschluss handelt, es fällt alles unter unser ideologisches und damit unter unser emotionales Bedürfnis nach Gemeinschaft oder auch Kollektivismus.

    Dieses Gemeinschaftsgefühl wird in der spirituellen Szene ganz besonders hervorgehoben und gefeiert. Entsprechend häufig findest du dort auch die passenden Aufrufe. Und damit das Kollektivistische nicht zu stark hervortritt, laden sie dich alle ein. Sie laden dich ein, weil sie dich eigentlich zwingen müssten. Denn der Zwang ist die ideologische Grundlage von Kollektivismus. Die Probleme einer Gemeinschaft sind ganz einfach, werden aber nicht erkannt. Deshalb möchte ich sie dir heute aufzeigen. Es sind Probleme, die sehr wohl bekannt sind. Und wenn ich keine Gemeinschaft gründen möchte, dann sind es gar keine Probleme.

    Spiritualität ist nicht kollektivistisch, sie ist immer individuell. Jeder Spirituelle weiß das auch. Denn den Satz "Jeder steht an einer anderen Stelle, jeder steht woanders" hast du schon ganz oft gehört und er ist dir auch klar. Wenn jeder woanders steht, du aber eine Gemeinschaft gründen willst, gibt es nur zwei Möglichkeiten eine Gemeinschaft zu gründen: Du musst entweder auf andere warten oder Zwang und Gewalt anwenden. Und da die meisten nicht warten wollen, laden sie dich in der Spiritualität ganz herzlich ein. In der Widerstandsbewegung sieht es anders aus. Dort wollen dich die meisten zwingen und einige von ihnen würden auch Gewalt anwenden, wenn sie es könnten oder wenn es möglich wäre, ungestraft davonzukommen.

    Die Allerwenigsten sind in der Lage, das alleine für sich zu leben, was sie sich für die Gemeinschaft wünschen. Und das, obwohl sie alle das Zitat von Gandhi kennen: "Sei du die Veränderung, die du in der Welt sehen möchtest." Unsere Befreiung liegt nicht in einer Bewegung. Unsere Befreiung liegt in der Befreiung von kollektivistischer Ideologie. Stattdessen wird der Kollektivismus bis zum Anschlag gepredigt oder gelebt. Sie wollen dir alle Hoffnung auf die Zukunft machen und eine Bewegung gründen und gemeinsam mit dir in die Zukunft gehen. Das wollen sie nicht, weil sie selbst so hoffnungsvoll und positiv sind. Das wollen sie, weil sie selbst Angst haben.

    Mit der Gründung einer Gemeinschaft wollen sie ihre eigene Angst bearbeiten. Kurzfristig funktioniert das ja auch. Deshalb starten die meisten Gemeinschaften auch sehr hoffnungsvoll. Doch irgendwann wird die gemeinsame Grundlage sichtbar und die gemeinsame Grundlage für Kollektivismus ist Angst. Und da sie niemand individuell bearbeiten möchte, müssen wir sie dann gemeinschaftlich bearbeiten. Und so scheitern Gemeinschaften. Denn wir werden auch in Gemeinschaft wieder auf uns selbst zurückgeworfen. Wir werden auf unsere Angst zurückgeworfen. Die können wir nicht in Gemeinschaft bearbeiten, weil sie in uns ist.

    Die Bearbeitung von Angst ist immer ein individueller und nie ein gemeinschaftlicher Weg. Menschen können dich auf deine Angst zurückwerfen. Sie können sie dir aber nicht nehmen. Das ist deine Aufgabe. Ganz egal, ob du ein Eremit bist oder ob du in Gemeinschaft lebst.

    Bewegung
    Kollektivismus
    Angst