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    31.10.2025AQ 2898
    »Alle wollen sich abgrenzen. Niemand realisiert, warum.«
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    Wenn du dich abgrenzen willst, willst du vom Leben nichts mehr mitbekommen. Du glaubst, du möchtest dich von anderen abgrenzen. Tatsächlich willst du dich von deinen Gefühlen abgrenzen. Du willst deine Gefühle unterdrücken. Das ist der einzige Grund, warum die Menschen über den Wunsch von Abgrenzung von anderen sprechen.

    Wären sie bereit, das zu fühlen, was andere in ihnen auslösen, müssten sie sich aus zwei Gründen nie wieder abgrenzen: Erstens wären sie in der Lage, jedes Mal, wenn sie sich abgrenzen wollen, stattdessen ihre Gefühle zu fühlen. Und das macht die Abgrenzung überflüssig. Zweitens machen sie damit das Auslösen der Gefühle immer überflüssiger.

    Wir versuchen, unsere Gefühle immer dort zu regeln, wo sie nicht entstehen und wo sie auch nicht sind. Wir nehmen es so wahr, dass sie außerhalb von uns ausgelöst werden und deshalb denken wir, wir könnten sie außerhalb von uns anhalten. Da die Gefühle nicht außerhalb von uns, sondern in uns sind, wird das niemals funktionieren. Da ich den spirituellen Verstand kenne, kann ich dir aber auch sagen, dass das nicht bedeutet, dass du alles aushalten musst.

    Du musst nicht alles ertragen, was von außen auf dich zukommt. Ich will dir nur sagen: "Abgrenzen" und "Grenzen setzen" ist nicht die eigentliche Lösung. Du kannst es trotzdem tun. Du kannst dich abgrenzen, du kannst Grenzen setzen. Doch auch dann geschieht die wichtige und wertvolle Arbeit in dir und nicht durch die Abgrenzung. Diese Arbeit kann aber nicht stattfinden, wenn das Ziel deiner Abgrenzung ist, vom Leben nichts mehr mitzubekommen.

    Es geht immer um deine Absicht. Und in den meisten Fällen ist unsere Absicht unbewusst. Sobald uns unsere Absicht bewusst wird, können wir auch unsere Reaktion bewusst wählen. Und die erste Wahl einer bewussten Reaktion ist immer "nach innen gehen". Das bedeutet nicht, dass du außerhalb nicht mehr reagieren darfst. Du darfst dich parallel oder hinterher trotzdem abgrenzen. Entscheidend ist, ob du den Rest mitbekommst. Wenn du mitbekommst, dass du am liebsten flüchten oder angreifen würdest — dadurch realisierst du deinen Impuls, dass du vom Leben nichts mehr oder weniger mitbekommen möchtest. Dieser Impuls sorgt dafür, dass du dich abgrenzen willst.

    Stattdessen könntest du auch diesen Teil deines Lebens und deiner Erfahrung bejahen. Das geht aber natürlich erst dann, wenn du den Grund entdeckst, warum du diesen Aspekt deines Lebens nicht mitbekommen willst. Und der Grund dafür sind deine Körperempfindungen, nicht die anderen.

    Abgrenzen
    Körperempfindungen
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