Aufgrund unserer sogenannten Sozialisierung ist die Reihenfolge meistens als Erstes der Schmerz der Anpassung und dann der Schmerz, nicht anerkannt zu sein. Doch zum zweiten Schmerz kommen die meisten nicht mehr. Sie sind so sehr damit beschäftigt, herauszufinden, was los ist und warum es so weh tut, dass sie den zweiten Schmerz nicht mehr erleben wollen. Sie fühlen also lieber weiterhin den Schmerz der Anpassung als den Schmerz, nicht dazuzugehören, nicht in die Gesellschaft zu passen, nicht anerkannt zu sein.
Kaum jemand traut sich, anders zu sein als die anderen. Wir denken dabei oft, es ginge um eine eigene Meinung. Doch dieses Anderssein drückt sich hauptsächlich in einem anderen Verhalten aus. Eine andere Meinung zu haben, ist nicht Anderssein. Es anders zu machen, ist Anderssein. Und es anders zu machen ist die härteste Deprogrammierung, die es gibt. Sobald du es anders machst, wird alles gegen dich sprechen und alle werden gegen dich sein. Du wirst vollkommen alleine sein und niemand wird dich bestätigen. Sie werden dich alle für verrückt halten. Und das ist gut so, denn dadurch entlassen sie dich in die Freiheit.
Das ist die sogenannte Narrenfreiheit. Und lustigerweise kannst du sie auf zwei Arten interpretieren. Die eine ist die Freiheit von Narren und die andere ist die Freiheit, die ein Narr genießt. Ein Narr bist du immer nur in den Augen der anderen, die angepasst sind. Das sind alles Menschen, die sich ihr Leben lang nichts anderes trauen als das, was sie schon immer gemacht haben. Lass dir diesen Stempel ruhig geben. Sei bereit, ein Narr zu sein. Sei bereit, nicht dazuzugehören.
Falls du dabei Schmerzen fühlst, fühle den Schmerz nicht dazuzugehören. Dieser Schmerz trägt dich in die Freiheit. Niemanden zu brauchen, um so zu sein, wie du bist, ist Freiheit. Keine Bestätigung zu brauchen, um so zu sein, wie du bist, ist Freiheit. Den Schmerz im Körper fühlen zu können, wenn du dich anpasst, ist Freiheit. Den Schmerz im Körper zu fühlen, wenn du nicht anerkannt bist, ist Freiheit. Die Fähigkeit, alle Gefühle im Körper zu fühlen, ist Freiheit.
In dieser Freiheit erscheint Bewusstsein. Es steigt gemeinsam mit deiner Fähigkeit auf, deine Körperempfindungen wahrzunehmen. Denn es ist mit unserer Unfähigkeit, unsere Gefühle im Körper wahrzunehmen, verschwunden. Je mehr wir unsere Gefühle unterdrückt haben, desto mehr hat sich unser Bewusstsein zurückgezogen. Es geht also nicht so sehr darum, welchen der beiden Schmerzen wir fühlen müssen, den Schmerz der Anpassung oder den Schmerz, nicht gemocht zu werden, es geht darum, ob wir den Schmerz im Körper wahrnehmen können.
Ganz egal, welchen Schmerz wir fühlen, wir müssen ihn immer im Körper fühlen.