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    22.10.2025AQ 2889
    »Der spirituelle Verstand versucht, das Ergebnis nach außen darzustellen, bevor es tatsächlich in dir existiert.«
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    Der spirituelle Verstand ist immer noch nach außen gerichtet. Er bewertet das Ergebnis deiner Spiritualität an äußeren Veränderungen. Und genauso bewertet er deine Spiritualität daran, wie du erscheinst — und zwar sowohl optisch als auch von deinem Verhalten her. Er glaubt ernsthaft, dass man sich spirituell kleiden kann. Er verwechselt tatsächlich Inhalt und Verpackung. Als hätte es einen Einfluss auf deine Spiritualität und als würde es dich spirituell verändern, wenn du dich spirituell kleidest.

    Dadurch entsteht keine Spiritualität, sondern die Karikatur davon. Die Karikatur von Spiritualität macht dich nicht spirituell, sondern zu einem Möchtegern. Deinem Bewusstsein ist es nicht wichtig, was es nach außen darstellt. Nur das Ego verkleidet sich in vielen verschiedenen Gewändern. Es will der Welt zeigen, wie es ist. Es will erkannt werden. Es will sich zeigen und gesehen werden. Es möchte, dass alle das Ergebnis der Transformation sehen können. Ob dieses Ergebnis sichtbar ist, verändert dich nicht. Entweder bist du bereits vorher verändert und es ist egal, ob man es sieht. Oder du bist nicht verändert und legst großen Wert darauf, dass das Ergebnis sichtbar wird.

    Es ist noch nicht einmal wichtig, ob es andere fühlen können. Auch das ist eine überflüssige Außenorientierung. Oft wird es sogar so sein, dass deine Veränderung außen überhaupt nicht gut ankommt. Wenn du dann noch nach außen orientiert bist, dann interpretierst du die Reaktionen falsch. Da wird es nämlich Menschen geben, die dir sagen, dass du dich zum Schlechten verändert hast. Du bist jetzt für sie plötzlich seltsam und deshalb kommen sie mit dir nicht mehr klar. Wenn du dann versuchst, es allen recht zu machen, dann ist dieser Versuch das perfekte Rezept, um zu scheitern. Denn du orientierst dich jetzt wieder nach außen statt nach innen.

    Das heutige Zitat gilt aber nicht nur in der Spiritualität. Es ist auf jeden Lebensbereich anwendbar. Denn immer dann, wenn du versuchst, etwas nach außen darzustellen, bedeutet es, dass du es nicht lebst. Der Fokus deines Verstandes ist dabei nicht auf dem, was du tust, sondern wie es erscheint. Wenn du gelernt hast, ein Auto zu reparieren, dann ist es wichtig, ob es funktioniert oder nicht und nicht wie es erscheint. Wenn du gelernt hast, ein Haus zu bauen, dann ist es wichtig, ob es stabil dasteht und nicht, ob es so aussieht, als könnte es stabil sein. Es ist auch nicht wichtig, welchen Eindruck du auf der Baustelle hinterlässt, wenn du eine gute Arbeit ablieferst, weil du es kannst.

    Wir wurden durch unsere Eltern und die Lehrer in der Schule so erzogen, dass es wichtig ist, wie wir erscheinen und vor allem, wie wir von anderen beurteilt werden. Und diese anderen, die uns damals beurteilt haben, waren nie Spezialisten. Es waren meistens Menschen, die uns von einem hohen Ross aus beurteilt haben, als könnten sie es und als würde ihnen ein Urteil zustehen. Wir wurden von diesen Menschen nach außen gezogen, in unsere eigene Betrachtung durch die Augen anderer. So ist unser Verstand entstanden. Das ist der Kern von Verstand: die eigene Bewertung aus der Sicht anderer.

    Wir tun also so, als hätten wir eine Instanz in uns, die das könnte. Und das Einzige, was wir von dieser Instanz, die das angeblich kann, gelernt haben, ist, dass sie Kritik verwendet. Es werden uns die Fehler angestrichen und deshalb versuchen wir gegenüber dieser Instanz perfekt zu erscheinen. Und wenn wir das versuchen, unterdrücken wir dabei unser perfektes Sein.