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    8.10.2025AQ 2875
    »Um die Hoffnung auf ein besseres Leben aufrecht zu halten und diesen Moment zu verdrängen, akzeptieren wir inszenierte Theaterstücke auf der Bühne des Lebens.«
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    Solange wir diesen Moment nicht so erleben können, wie er für uns tatsächlich ist, tun wir alles, um ihn zu verdrängen. Dafür ist uns jedes Mittel recht. Und deshalb geht es uns nicht darum, ob die Show auf der Bühne echt ist, sondern ob sie ihrem Zweck dient. Und der Zweck ist die Verdrängung des Moments.

    Diesen Zweck erfüllt auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Und so schwanken wir zwischen extrem schlecht inszenierten psychologischen Operationen und der Hoffnung, dass es in Zukunft besser wird. In beiden Bereichen geht es uns nicht darum, ob es realistisch ist, sondern nur darum, ob es seinen Zweck erfüllt. Und wenn es seinen Zweck erfüllt, dann ist es uns vollkommen egal, ob es möglich ist oder ob es der Wahrheit entspricht.

    All das ist selbstverständlich vollkommen unbewusst. Niemand denkt bewusst so, deshalb fällt es auch niemandem auf. Und deshalb lässt es unser Ego nicht zu, dass wir das vor anderen oder vor uns selbst zugeben. Wir wollen die psychologische Wirkung unseres Verhaltens nicht erkennen. Denn sobald wir diese Wirkung unseres Verhaltens erkennen, funktioniert es nicht mehr und erfüllt seinen Zweck nicht mehr.

    Du kannst dich nur bis zu einem gewissen Grad selbst verarschen. Je bewusster dir deine eigenen Mechanismen werden, desto weniger effektiv funktionieren sie. Also tun wir alles dafür, damit uns unsere eigenen psychologischen Mechanismen nicht bewusst werden. Da wir uns selbst nicht auf die Schliche kommen wollen, um unsere eigene Illusion aufrecht zu halten, wollen wir auch anderen nicht auf die Schliche kommen. Und so bleiben wir naiv und vertrauen denen, die behaupten, dass sie ehrlich sind. Verrückterweise glauben die das sogar selbst. Denn auch wir glauben es von uns selbst.

    Man kann also noch nicht einmal irgendjemand eine böse Absicht unterstellen. Die Absicht ist sogar eher positiv. Wir wollen nichts und niemanden zu sehr aufwühlen, vor allem uns selbst nicht. Das ist mehr als verständlich. Denn das, was wir aufzuarbeiten hätten, ist intensiv und eine ganze Menge.

    Statt uns also mit uns selbst zu beschäftigen, lassen wir uns nur allzu gern ablenken mit inszenierten Theaterstücken auf der Bühne des Lebens. Nur dafür ist alles da, worüber in den Medien berichtet wird. Angefangen bei allen sogenannten seriösen Nachrichten bis hin zu Klatsch und Tratsch. Alles ist nur dafür da, damit wir uns mit den anderen beschäftigen können. Es ist alles die perfekte Ablenkung von uns selbst. Es ermöglicht uns, uns guten Gewissens und mit einer sehr guten Begründung nicht mit uns selbst zu beschäftigen.

    Schließlich müssen wir uns um die Welt da draußen kümmern. Dort sind ja die Gefahren, aber auch die Hoffnungen. Und mit diesen Gefahren und diesen Hoffnungen müssen wir uns beschäftigen. Warum sagen wir natürlich nicht, weil wir es nicht wissen. Und dass es nicht funktioniert, weil es noch nie funktioniert hat, wollen wir ja nicht einmal uns selbst gegenüber zugeben. Es funktioniert nur insofern, als es uns in einem Hamsterrad aus Angst und Hoffnung gefangen hält. Und in diesem Sinne funktioniert es perfekt.

    Hoffnung
    Verdrängung