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    24.9.2025AQ 2861
    »Wir haben hohe Ansprüche an andere.«
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    Wir wissen immer ganz genau, wie andere sein sollten, wie sie sich verhalten sollten. Und wir überprüfen dabei nur selten, ob wir selbst diesen Ansprüchen gerecht werden. Zu wissen, wie der andere sein soll, ist die Welt des Ego. Sich selbst zu ergründen, ist die Welt der Spiritualität. Das bedeutet nicht, dass man über andere gar nichts mehr sagen darf. Es bedeutet nur, dass man untersucht, warum man etwas über andere sagt.

    Die Erforschung des eigenen Lebens ist nur in Freiheit und freiwillig möglich. Wenn wir Ansprüche an andere haben, dann wollen wir sie zu etwas zwingen. Und mit Zwang entziehen wir ihnen die Grundlage für die Erforschung ihres Lebens. Jeder muss selbst darauf kommen, ganz egal, was das ist. Jeder muss es freiwillig und frei entdecken.

    Wenn du es schaffst, jemanden zu etwas zu zwingen, dann raubst du ihm sein Potenzial, es für sich selbst zu entdecken. Er wird es dann zwar unter Zwang so machen, wie du es dir vorstellst, aber er wird es nie gerne machen. Und ohne Antrieb durch eigene Erkenntnis ist unser Handeln nicht echt. Er wird es also nie authentisch und von Herzen tun können. Er wird es immer nur tun, weil er dazu gezwungen wurde.

    Selbst wenn wir also in der Lage sind, die Welt um uns herum so zu gestalten, wie wir sie gerne hätten, indem wir andere dazu zwingen, es so zu tun, wie wir es uns vorstellen, wird diese Welt niemals echt und immer künstlich sein. Eine solche Welt kann uns niemals befriedigen. Sie hinterlässt mindestens einen fahlen Beigeschmack. Wir verstehen dann nicht, warum wir immer noch unzufrieden sind, obwohl sich jetzt alle so verhalten, wie wir es uns vorstellen. Wir haben meistens mit einem großen Aufwand die gesamte Welt um uns herum manipuliert und sind trotzdem nicht zufrieden. Unser Verstand findet immer noch Kleinigkeiten, die er aufbauscht und die immer noch nicht in Ordnung sind.

    Bevor uns das nicht auffällt, brauchen wir nicht rausgehen und versuchen, die Welt zu verändern. Wenn es uns auffällt, wollen wir gar nicht mehr rausgehen und die Welt verändern. Denn dann wissen wir, dass es unsere Perspektive ist, die dafür sorgt, wie die Welt von uns empfunden wird. Wir können eindeutig sehen, dass es vollkommen wertlos ist, die Welt um uns herum zu verändern. Und wir sehen den immensen Wert, den es hat, die Welt in uns zu erkennen. Dem kommt nichts nahe, ganz besonders nicht die hohen Ansprüche, die wir an andere haben.

    Ansprüche
    Zwang
    Erforschung
    Erkenntnis
    Manipulation