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    17.9.2025AQ 2854
    »Wenn du das Risiko des Lebens anerkennst und trägst, wird alles einfacher und stressfreier.«
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    Unsere größten Probleme entstehen dadurch, dass wir das Risiko des Lebens nicht anerkennen und vor allem nicht tragen wollen. Wir wollen dieses Risiko auf andere abwälzen und dafür sind wir dann bereit, viel Geld zu zahlen oder viel zu streiten. Deshalb schließen wir Versicherungen ab und diskutieren endlos mit jenen, auf die wir unser Risiko abwälzen wollen. Wir sagen dann dazu, dass wir zu unserem Recht kommen wollen.

    Es gibt aber kein Recht auf ein risikofreies Leben. Es gibt kein Recht auf: "Es darf nichts passieren." Es gibt auch kein Recht auf: "Nichts darf schiefgehen." Sogar ganz im Gegenteil: Es muss etwas schiefgehen, damit du etwas lernen kannst. Wenn nie etwas schiefgeht, erlebst du überhaupt nichts. Wenn nichts schiefgeht, lernst du nicht. Wir reagieren also auf die Grundlage von Erleben und Lernen mit einer Abwehrhaltung, also mit Widerstand. Deshalb erleben wir so wenig und deshalb lernen wir so wenig.

    Wir wollen uns nicht verändern. Wir wollen auf unserem Recht, risikofrei zu leben, bestehen. Und das, obwohl die meisten Risiken überhaupt nicht schlimm sind. Sie betreffen nur unser Ego. Jemand hat dich über den Tisch gezogen und du hast Geld verloren. Jemand hat einen Fehler gemacht und deshalb funktioniert irgendetwas nicht. Der Koch hat einen schlechten Tag erwischt und das Essen im Restaurant schmeckt nicht. Für alles wollen wir eine Wiedergutmachung. Dadurch können wir nicht sehen, dass wir meistens einen großen, eigenen Anteil an dem Risiko haben.

    Selbst wenn nicht, können wir nicht sehen, dass es viel einfacher und stressfreier ist, wenn wir die Sache einfach auf sich beruhen lassen. Wenn wir unsere negativen Gedanken für uns behalten und unsere negativen Gefühle im Körper fühlen. Je öfter wir das üben, desto leichter wird es. Vorher kommen natürlich alle ungewünschten Gefühle ans Licht, die wir so gut weggesperrt haben. Gefühle, von denen wir wirklich denken, die anderen wären der Grund dafür. Sie sind maximal der Grund dafür, dass sie gerade ausgelöst wurden. Aber ganz sicher nicht der Grund dafür, dass wir sie in uns haben.

    Das Risiko dieses Lebens ist es, Gefühle zu fühlen. Tatsächlich ist das überhaupt nicht das Risiko, sondern der Sinn. Wir wollen also den Sinn unseres Lebens loswerden, indem wir das Risiko auf andere übertragen. Tun wir das nicht, können wir so viel in uns ergründen. Denn wenn du aufhörst, das Risiko auf andere zu übertragen, kommt es zu dir in Form von Körperempfindungen zurück. Und dann beginnt das Abenteuer deines Lebens. Dann findest du nämlich heraus, welche Gefühle du dadurch verdrängen wolltest, dass du das Risiko auf andere überträgst. Dann erkennst du deine Gier, deinen Geiz, deine Ohnmacht, deine Wut, deine Trauer.

    Das Risiko anzunehmen und zu tragen ist keine Strafe, sondern ein Abenteuer. Wenn du das Risiko deines Lebens übernimmst, endet dein Leben nicht. Es beginnt.

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