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    14.9.2025AQ 2851
    »Je extremer die gezeigten Ereignisse, desto eher nehmen wir sie als Wahrheit hin.«
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    Je extremer die berichteten Ereignisse, desto extremer die emotionale Reaktion und desto weniger Infragestellen des Gezeigten. Je stärker uns ein Ereignis aufwühlt, desto unwilliger sind wir, es genauer zu untersuchen. Je gefühlt extremer die Worte, mit denen das Ereignis beschrieben wird und je deutlicher und extremer die dazugehörigen Bilder sind, desto mehr widerstrebt es uns, tiefer in die Materie einzutauchen. Wir wissen in Anführungsstrichen dann schon zu viel. Wir wissen Dinge, die wir gar nicht erfahren wollten, eben weil sie so extrem sind.

    Sie verstören uns so sehr, dass wir uns nicht weiter damit beschäftigen wollen. Es wäre besser gewesen, wir hätten gar nicht von ihnen erfahren. Und das wäre richtig gewesen. Dummerweise haben wir aber jetzt davon gehört oder etwas gesehen und das bleibt als Wahrheit abgespeichert, weil wir es nicht genauer untersuchen wollen. Das ist uns aber nicht klar, weil die Abneigung so schnell eintritt, dass wir es ganz schnell abhaken.

    Wir wollen dann noch nicht einmal von anderen darauf hingewiesen werden, dass das Ereignis oder die Geschichte zu dem Ereignis falsch sein könnte. Denn durch diesen Hinweis werden wir an das erinnert, was uns veranlasst hat, abzuschalten. Wenn nicht äußerlich, dann zumindest innerlich. Denn das extreme äußere Ereignis sorgt dafür, dass wir innerlich abschalten. Wir wollen dann nichts mehr davon hören und nichts mehr darüber wissen. Das ist auch vollkommen verständlich. Und deshalb können extreme äußere Ereignisse dazu genutzt werden, uns abzuschalten.

    Wenn wir etwas beim ersten Hören oder Sehen schon nicht verarbeiten können, dann wollen wir es nicht in Frage stellen und wir wollen auch nicht von anderen daran erinnert werden, dass wir es in Frage stellen könnten. Jedes Infragestellen und jede Erinnerung von anderen sorgt dafür, dass wir mit dem Schmerz konfrontiert werden, den wir gefühlt haben, als wir das erste Mal von diesem extremen Ereignis erfahren haben. Das Ergebnis davon ist, dass wir fast alles für bare Münze nehmen, worüber in den Medien extrem genug berichtet wird. Wenn es dann auch noch oft genug wiederholt wird und parallel dazu eine Lösung präsentiert wird, dann nehmen wir diese Lösung dankbar an, um endlich dieser Wiederholung zu entkommen. Denn die Wiederholung sorgt dafür, dass jedes Mal wieder unser Schmerz ausgelöst wird, den wir durch unsere Abschaltung verdrängen wollen.

    Dumme Menschen sind nicht dumm, sondern emotional getriggert und der emotionale Trigger verhindert die Aufarbeitung, da er für unsere Abschaltung sorgt. Es ist ein natürlicher und auch gesunder Reflex. Dummerweise kann er ausgenutzt werden. Ob er bewusst oder unbewusst von anderen ausgenutzt wird, spielt dabei keine Rolle. Das sogenannte Böse entsteht nicht durch absolute Bösartigkeit, sondern durch absolute Unbewusstheit. Deshalb kann man das Böse nicht bekämpfen, denn unser bisheriger Kampf ist ebenfalls unbewusst.

    Wir müssen noch nicht einmal unser Licht auf die Dunkelheit richten. Es genügt, wenn wir es auf uns selbst richten. Wir müssen unser Licht auf diejenigen unbewussten Mechanismen in uns scheinen, die zu automatisierten Gedanken, Gefühlen und Handlungen führen. Dabei ist es entscheidend, dass wir das wieder und wieder tun. Es ist nicht relevant, ob wir dann anders denken, fühlen oder handeln. Die Bewusstwerdung ist der entscheidende Schritt.

    Der Verstand erzählt uns ganz schnell, dass wir uns jetzt ja auch anders entscheiden müssten, sobald wir es erkannt haben. Und dadurch sind wir dann schon wieder in einem Automatismus gefangen. Bewusstsein hebt den Automatismus irgendwann auf. Nach einigem tausendmal Üben merkst du plötzlich, dass du gar nicht mehr reagierst oder gar nicht mehr reagieren musst. Und genau diese Erfahrung kannst du machen, wenn über extreme Ereignisse berichtet wird.