Wenn du meine Arbeit ein bisschen kennst, dann weißt du, dass ich das Wort "Ego" gar nicht gerne verwende. Das liegt nicht daran, dass es falsch ist, sondern daran, dass es falsch verstanden wird. Du kannst dir über die Suchfunktion gerne meine anderen Audios zum Thema "Ego" anhören, dann erschließt es sich vielleicht leichter. Ich erkläre es dir aber natürlich auch in dieser Audio im Detail.
Deine Intuition ist etwas sehr Sanftes. Deine Intuition drängt sich nicht auf. Deine Intuition will überhaupt nichts. Sie ist einfach nur. Sie meldet sich ganz leise zu Wort. Und wenn du sie verdrängst, dann protestiert sie nicht. Sie würde sich auch niemals bei dir beschweren. Sie steht dir einfach nur zur Verfügung, wenn du willst.
Und diese Eigenschaften der Intuition sind jetzt dein Problem. Denn du hast etwas, was man "Ego" nennt. Und das Ego ist das exakte Gegenteil der Intuition. Dein Ego will sich durchsetzen. Es ist aufdringlich. Es ist hart zu dir und zu anderen. Wenn es etwas will, dann will es das unbedingt und es gibt keine Ruhe, bis es bekommen hat, was es verlangt. Das Ego kämpft mit Ellbogen und kennt keine Nachsicht.
Wenn diese beiden Welten zusammentreffen, dann setzt sich in der Regel das Ego durch. Und als Allererstes treffen diese beiden Welten natürlich in dir zusammen. Wir brauchen uns also gar nicht über die schlimme, programmierte Ego-Welt da draußen beschweren. Wir können das alles in uns selbst beobachten. Da kämpft das Ego gegen die Intuition und die Intuition ist schon weg, bevor du "Piep" sagen kannst.
Es gibt aber natürlich auch noch eine andere Form des Ego. Und diese Form möchte zum Beispiel immer den Frieden wahren. Dann hast du in der Präsenz deiner Intuition, falls dir jemand widerspricht, das gleiche Ergebnis. Dein Ego zieht sich zurück und sagt: "Ist gar nicht so wichtig. Wir wollen uns doch gar nicht durchsetzen." Und das macht das ganze Thema extrem kompliziert und schwierig. Es gibt aber eine Lösung.
Sie hat mit deiner Aufmerksamkeit zu tun. Du musst dich nicht entscheiden, ob es gerade dein Ego ist, das sich durchsetzen will, wenn du aufmerksam bist. Wenn du das erste Gefühl oder den ersten Impuls wahrnimmst, dann weißt du, was deine Intuition ist. Dieser erste Impuls ist aber so sanft, dass wir ihn meistens gar nicht wahrnehmen können. Wir sind mit unserer Aufmerksamkeit längst woanders. Genau genommen sind wir nie beim ersten Impuls.
Der erste Impuls ist das, was wir generell versuchen zu verdrängen. Wir sind also auf der Suche nach unserer Intuition, während wir unsere Intuition unbewusst, aber konsequent verdrängen. Denn diesen ersten Impuls haben wir in unserer Kindheit als gefährlich erlebt. Natürlich nicht den Impuls selbst, sondern die Reaktion der Welt auf diesen Impuls. Und die Reaktion der Welt auf unsere Impulse war nicht besonders positiv. Und so wurden unsere Impulse als Erstes von außen eingeschränkt und zwar genau so lange, bis wir das selbst getan haben.
Und jetzt weißt du auch, warum diese Welt genauso in uns existiert wie außerhalb von uns. Wir haben die äußere erlebte Welt internalisiert und da wir von unserer inneren internalisierten Welt überzeugt sind, externalisieren wir sie jetzt. Wir projizieren sie nach außen. Und dort existiert sie tatsächlich, weil wir richtig gut sind in Sachen Projektion. Diese Projektion ist Manifestation in ihrer pursten Form. Und deshalb kommt natürlich auch die äußere Welt auf uns zu und redet uns unsere Intuition schlecht. Und wenn es die äußere Welt nicht tut, machen wir es selbst. Wir unterdrücken entweder unbewusst unsere Intuition oder wir reden sie uns selbst schlecht.
Es braucht viel Übung, die eigene Aufmerksamkeit zu steuern und natürlich auch im Umgang mit anderen, wie man es schafft, seine Intuition zu leben. Es ist ein jahrelanger abenteuerlicher Prozess. Den solltest du auch gar nicht abkürzen wollen, denn er bietet so viele erstaunliche Erkenntnisse über dich, die Welt in dir und die Welt außerhalb von dir, dass du das nicht verpassen solltest.