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    1.9.2025AQ 2838
    »Anderen deinen Willen aufzwingen zu wollen, ist die Perfektion der Ohnmacht.«
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    »Anderen deinen Willen aufzwingen zu wollen, ist die Perfektion der Ohnmacht.«

    Anderen deinen Willen aufzwingen zu wollen, hat zwei wesentliche Effekte. Der erste Effekt ist, dass es dich von dir selbst ablenkt. Wenn du darüber nachdenkst, wie sich andere verhalten sollten, musst du dich selbst nicht reflektieren. Und wenn du von dir selbst abgelenkt bist, kannst du so tun, als wären die anderen schuld an deiner Situation. Du hast also immer einen Sündenbock parat. Der zweite Effekt ist subtiler, aber fast noch schlimmer. Da es niemals vollständig möglich ist, anderen deinen Willen aufzuzwingen, wirst du in deiner Ohnmacht ständig bestätigt. Das heißt: Das, was du aus Ohnmacht tust, erzeugt weitere Ohnmacht.

    Dieser Effekt ist viel schlimmer als von den meisten angenommen. Denn es ist gar nicht so, dass du den anderen niemals vollständig deinen Willen aufzwingen kannst. Du kannst den anderen deinen Willen überhaupt nicht aufzwingen. Das geht, wenn überhaupt, immer nur temporär und mit extrem großem Energieaufwand. Das ist die größte Energieverschwendung, die es gibt. Viel effektiver ist diese Energie eingesetzt, wenn du sie für dich verwendest. Und zwar, indem du eine Lösung suchst, die nicht die Veränderung der anderen voraussetzt oder beinhaltet, sondern die von dir alleine abhängig ist.

    Der Grund dafür, warum wir andere zu etwas zwingen wollen, liegt übrigens darin, dass wir diese Lösungen von vornherein ausschließen. Das ist ein Riesenfehler, denn erst das führt dazu, dass wir überhaupt auf die Idee kommen, so verrückt zu werden, andere zu etwas zwingen zu wollen. Die erste und beste Lösung beinhaltet immer nur dich, deine Entscheidung und deinen Weg.

    Da wir aber zu Kompromisstrotteln erzogen wurden, glauben wir tatsächlich, dass eine Lösung immer alle beinhalten muss. Selbst dann, wenn diese Lösung andere nur deshalb beinhaltet, weil wir von ihnen erwarten, dass sie sich verändern. Wir müssten also in letzter Konsequenz immer gewalttätig werden, um einen Kompromiss durchsetzen zu können. Dieser Kompromiss nagt dann nicht nur an den anderen, sondern auch an uns selbst. Und so sind wir die ganze Zeit damit beschäftigt, Kompromisse neu auszuloten und zu verhandeln.

    Wir könnten uns stattdessen von dieser erlernten Ohnmacht verabschieden, indem wir echte Lösungen suchen. Echte Lösungen sind immer Lösungen, die nicht von anderen abhängig sind und nur unsere eigene Initiative voraussetzen. Das ist die Alternative zur Perfektion deiner Ohnmacht. Diese Alternative befreit dich von den anderen. Sie haben dich aber gar nicht gefangen genommen. Das hast du durch deine Vorstellungen, wie die Welt funktionieren sollte, selbst getan. Du hast die anderen als Ausrede für deine eigene Unfähigkeit verwendet. Wenn es an den anderen liegt, kannst du ja nichts machen.

    Tatsächlich kannst du sehr viel machen. Und als Erstes kannst du deine Aufmerksamkeit von den anderen abziehen und zu dir zurückbringen.