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    31.8.2025AQ 2837
    »Der Verstand kann einen spirituellen Lehrer nicht wirken lassen.«
    0:004:33

     Der Verstand will immer seinen Senf dazugeben. Er will auch etwas wissen. Er will ebenfalls hilfreich sein. Er möchte anderen auch Tipps geben und dadurch bedeutend sein. Er kann nicht still sein, er will nicht dankbar sein und deshalb will er dem Lehrer widersprechen und ihn korrigieren. Die wenigsten sind bereit, diesen Teil in sich zu erkennen. Deshalb nehmen sie ihn mit in die Spiritualität. Sie versuchen "Spiritualität plus" zu leben: Spiritualität plus Verstand. Und so versuchen sie sich selbst zu erheben oder den Lehrer zu erniedrigen. Sie meinen dann, das hätte etwas mit der Kommunikation auf Augenhöhe zu tun. Tatsächlich ist es die Unfähigkeit zur Erkenntnis und sie sind unfähig, sich hinzugeben.

    Kein Lehrer verlangt das. Kein Lehrer erwartet Hingabe. Aber jeder Schüler muss sich hingeben, um etwas lernen zu können. Überheblich lernst du nichts. Überheblich bist du Opfer deines Verstandes. Der macht aus einer gefühlten Unterlegenheit einen Konkurrenzkampf. Ein spiritueller Lehrer kann erst wirken, wenn du bereit bist, dich unterlegen zu fühlen. Wenn du deinen Senf nicht mehr dazugeben musst, wenn du nichts mehr besser wissen willst und wenn du nicht mehr helfen musst. Wenn du alles dem Lehrer überlassen kannst, wenn du nicht mehr glaubst, den Raum für die anderen ebenfalls halten zu müssen. Wenn du in den Retreat-Pausen nicht mehr für andere da sein willst, sondern nur noch für dich da bist. Und wenn du das Retreat mit deinem Lehrer in dein Leben trägst. Das bedeutet nicht, dass du es zu den anderen trägst. Das Retreat in dein Leben zu tragen bedeutet, dass du es lebst.

    Praktisch gelebte Spiritualität ist nicht, anderen davon zu erzählen, was du tust. Praktisch gelebte Spiritualität hat keinen anderen Zweck, als deinen eigenen Verstand zu entlarven. Solange du stattdessen deinen Lehrer entlarven willst, kann er nicht dein Lehrer sein. Nicht weil er nicht will, sondern weil du es nicht zulässt. Einen Lehrer zuzulassen bedeutet, dich mit ihm seelisch zu verbinden. Seelisch verbunden bist du mit ihm erst, wenn du ihm nicht mehr widersprechen willst, weil du bei ihm keine Fehler mehr siehst, obwohl er noch welche hat. Denn die Fehler findest du auf der körperlichen Ebene. Auf Seelenebene gibt es keine Fehler. Und wenn du keine Fehler mehr siehst, hast du dich auf Seelenebene verbunden.

    Das ist die Seelenebene, von der so viele sprechen und die so wenige erleben, weil ihnen ihr Verstand in die Quere kommt.