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    28.8.2025AQ 2834
    »Wir reden, als könnten wir das Leben der anderen regeln, während wir so leben, als bekämen wir nicht einmal unser eigenes auf die Reihe.«
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    »Wir reden, als könnten wir das Leben der anderen regeln, während wir so leben, als bekämen wir nicht einmal unser eigenes auf die Reihe.«

     

    Beides ist nicht wahr. Beides stimmt nicht. Wir können das Leben der anderen nicht regeln und wir bekommen unser Leben auf die Reihe. In beiden Fällen tun wir so, als ob. Wir tun so, als könnten wir das Leben der anderen regeln und wir tun so, als bekämen wir unser eigenes Leben nicht auf die Reihe. Dadurch vertauschen wir Täter- und Opferrolle. Wir werden zum Täter, indem wir uns in das Leben anderer einmischen. Und wir werden zum Opfer, indem wir so tun, als könnten wir in unserem eigenen Leben nichts tun.

     

    Das Leben der anderen regeln zu wollen, ist pure Überheblichkeit unseres Geistes. Die Grundlage dafür ist der Drang, über andere bestimmen zu wollen. Dieser Drang fällt weg, sobald du erkannt hast, dass du kein Opfer deines Lebens bist, selbst dann nicht, wenn du es scheinbar nicht auf die Reihe bekommst. Deine gefühlte Unfähigkeit, dein eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen, führt zu der Übersprungshandlung, das Leben der anderen regeln zu wollen.

     

    Dich in Dinge einzumischen, die dich nichts angehen oder die du nicht verändern kannst, ist eine wunderbare Ablenkung von deinen eigenen Themen. Und so sind wir alle damit beschäftigt, uns um das Unwesentliche zu kümmern, damit wir uns nicht um das Wesentliche kümmern müssen. Wir geben anderen Tipps, was sie tun müssten, wie sie sich verhalten sollten und wir wissen, wie eine Gemeinschaft funktionieren sollte, welche Regeln jeder Einzelne dabei einhalten müsste, bevor wir uns selbst untersucht haben und bevor wir herausgefunden haben, warum uns das so wichtig ist, wie die Gemeinschaft funktioniert.

     

    Die Gründe dafür liegen nämlich immer in uns. Wir fühlen etwas, das wir nicht fühlen wollen und so nutzen wir auch scheinbar spirituelle Themen weiterhin zur Verdrängung. Dabei merken wir gar nicht, dass wir immer noch gewalttätig sind. Denn dem anderen ungefragt zu sagen, wie er sich verhalten soll, ist Gewalt. Deshalb ist auch unser Kollektivismus immer gewaltvoll. Und da alle Politik auf Kollektivismus aufbaut, ist auch Politik immer gewaltvoll.

     

    Ein Mensch, der nicht über andere bestimmen möchte, kann kein Politiker sein. Er ist viel zu sehr damit beschäftigt, bei sich selbst zu schauen. Er hat deshalb auch keine Wünsche an die anderen. Er wüsste überhaupt nicht, wie er das Leben der anderen regeln sollte, weil er damit beschäftigt ist, sein eigenes Leben zu ergründen. Deshalb möchte er auch keine kollektiven Standards, weil ihn die bei der Ergründung seines eigenen Lebens einschränken.

     

    Die Ergründung des eigenen Lebens ist nur in Freiheit und Freiwilligkeit möglich. Nur so können wir herausfinden, dass wir unser Leben schon immer auf der Reihe haben, selbst dann, wenn wir es als gescheitert beurteilen. Das sind Erkenntnisse jenseits des Verstandes und dafür braucht es Freiheit. Vor allem die Freiheit des Fokus unseres Verstandes auf das Leben der anderen.