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    27.8.2025AQ 2833
    »Der spirituelle Verstand lernt auswendig, was spirituell ist und versucht es dann auf andere anzuwenden.«
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    »Der spirituelle Verstand lernt auswendig, was spirituell ist und versucht es dann auf andere anzuwenden.«

    Mit der Anwendung des auswendig Gelernten auf andere wird es natürlich vollkommen grotesk, aber bereits das Auswendiglernen spiritueller Inhalte ist vollkommen absurd. Denn wenn du den Verstand bemühen musst, um zu überprüfen, ob du auf dem richtigen spirituellen Weg bist, bist du bereits auf dem Holzweg. Wenn du eine Morgenroutine brauchst, um spirituell sein zu können, oder wenn du Auszeiten vom normalen Leben brauchst, um spirituell sein zu können, dann bist du nicht spirituell, dann bist du immer noch vom Verstand getrieben. Er versucht sich zu merken, was spirituell ist und er versucht es richtig zu machen.

    Aus dem gleichen Grund versucht er, auf Übungen zurückzugreifen, die richtig sind, die dir helfen. Währenddessen helfen sie ihm, denn er kann dich ganz wunderbar damit stressen, dass du es gestern nicht gemacht hast und heute nicht richtig gemacht hast und nicht weißt, ob du es morgen wieder machen wirst. Er sieht eine Übung nicht als den Weg, sondern als Mittel zum Zweck. Er will die Übung tatsächlich gar nicht machen. Er macht sie nur, weil und wenn sie richtig ist. Vor allem aber macht er sie nur dann, wenn sie etwas bringt.

    Übungen, die zu keinem unmittelbaren Ergebnis führen, die mag er nicht. Genau genommen verabscheut er sie sogar. Alles muss etwas bringen. Eine Übung muss Ergebnisse liefern, am besten in kürzester Zeit. Und während er dich damit stresst, denkt er tatsächlich, das sei spirituell. Natürlich hat er auch davon gehört, dass man im Moment leben soll, auch das weiß er auswendig. Aber etwas zu tun, das nichts bringt, das geht nicht. Nutzlos sein, überflüssig sein, wertlos sein, nichts beizutragen: All das widerspricht seiner Programmierung so vehement, dass er alles unternimmt, um es zu vermeiden. Doch alles, was seiner Programmierung so vehement widerspricht, ist das eigentlich Wertvolle.

    Dazu müsstest du ihn aber herausfordern. Du müsstest dich trauen, ohne Netz und ohne doppelten Boden das zu leben, wovor er Angst hat. Die meisten Menschen kommen dabei nicht einmal bis zu dem Gedanken, was das sein könnte. Wir haben zu viele Schutzmechanismen eingebaut, um das zu vermeiden, was wir fürchten. Das meiste fürchten wir aber nicht aufgrund von realer Gefahr, sondern aufgrund von programmierten Ängsten. Die kannst du nicht mit einem auswendig gelernten Programm konfrontieren. Du findest sie nur, wenn du bewusst bleiben kannst. Wenn nicht, greifen deine Automatismen.

    Du verdrängst mit Hilfe von Gedanken und Handlungen, weißt aber für andere auswendig, was spirituell ist und welche spirituelle Übung sie machen könnten. Du hast also eine Lösung für andere, aber keine für dich.