»Die Tipps zur Optimierung deines Lebens kommen alle aus der Programmierung.«
Wenn dir jemand dringend Tipps für die Optimierung deines Lebens geben möchte und wenn dir jemand dringend helfen möchte, dann war er noch nie in der Lage, seine Programmierung und seinen Verstand zu beobachten. Denn es ist der Verstand, der dich mit Aktionismus nervt. Er will nicht, dass du ruhig wirst, denn wenn du ruhig wärst, existiert er nicht mehr. Er will sich wichtig machen und wenn es in deinem Leben nichts mehr zu verbessern gibt, stürzt er sich auf das Leben der anderen.
Tatsächlich ist das ja nie der Fall, denn es ist nie perfekt. Deshalb kannst du mit Gewissheit davon ausgehen, dass jemand, der anderen helfen möchte, ihr Leben zu verbessern, auch die ganze Zeit an der Optimierung seines eigenen Lebens arbeitet. Das muss auch bedeuten, dass er mit seinem eigenen Leben unzufrieden ist. Doch wie will dir jemand helfen, zufrieden zu werden, wenn er selbst nicht zufrieden ist? Und wenn er selbst zufrieden ist, dann will er dir gar nicht mehr helfen. Nicht weil er so selbstsüchtig ist, sondern weil er bereits zufrieden ist, bevor er dir geholfen hat.
Anderen helfen zu wollen ist auch eine Sucht. Wenn jemand glaubt, er könne durch die Optimierung deines Lebens dafür sorgen, dass du zufriedener und glücklicher bist, dann hat er sein eigenes Leben noch nie genau betrachtet, dann hat er all die wesentlichen Erkenntnisse über das Leben nicht wirklich realisiert. Vielleicht packt er sie trotzdem in Zitate, aber er lebt sie nicht. Es ist ja auch viel schwieriger, etwas zu leben, als es aufzuschreiben. Aufgeschrieben ist es in wenigen Sekunden. Bis du es gelebt hast, dauert es Jahre. Und diese Geduld hat dein Verstand nicht.
Kein Verstand hat diese Geduld. Er braucht immer neuen Input. Und deshalb denkt er, dass auch andere den brauchen. Und so entwickelt er die Mission, ihn anderen zu geben. Er möchte möglichst viele Menschen erreichen und ihr Leben verbessern. Den Wahnsinn darin wird er nie erkennen. Er wird sich immer verteidigen und behaupten, es sei sein gutes Herz, das ihn dazu drängt. Die Tatsache, dass er durchdreht, wenn er mal ein paar Tage nicht helfen darf, möchte er nicht wahrhaben.
Könnte er ruhig werden, würdest du diesen Wahnsinn erkennen. Du würdest auch die Vorwürfe von Passivität deines eigenen Verstandes oder des Verstandes der anderen nicht mehr gelten lassen können. Ja, für den Verstand wirkt es erst einmal passiv. Und es ist auch passiv! Alle Folgeideen sind aber nicht wahr. Denn es stimmt nicht, dass aus Passivität nichts entstehen kann. Das behauptet nur derjenige, der nicht ruhig werden kann und immer aktiv bleiben muss. Deshalb hat er es nie ausprobiert. Er kann also überhaupt nichts darüber sagen. Vor allem hat er es nicht über Jahre ausprobiert. So viel Zeit hat er nicht.
Deshalb konnte er nie entdecken, dass das, was aus Passivität entsteht, all das sein kann, was wir mit Aktivität verbinden: effektiv, effizient, relevant und wesentlich. Der Verstand denkt, er müsse darüber nachdenken, um all das zu erreichen. Er hat ja auch immer gedacht, er müsse mehr machen, um mehr zu bekommen. Und er glaubt auch, dass es Strategien für Einfachheit gibt. Einfach nichts machen, bis es von alleine entsteht, kann er sich ebenfalls nicht vorstellen. Auch dafür braucht er immer die Absicherung und die Garantie, dass es funktionieren wird. Genau das gibt es aber nicht. Die Abwesenheit von Sicherheit ist sogar die Voraussetzung dafür, dass es funktioniert.
Du musst es ohne Netz und doppelten Boden machen. Alles andere ist Selbsttäuschung. Denn dann hast du die ganze Zeit deine Sicherheit im Hinterkopf. Und solange du was im Hinterkopf hast, bist du nicht frei. Und ohne Freiheit verändert sich dein Leben nicht.