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    13.8.2025AQ 2819
    »Philosophie, die keine Auswirkung auf dein Leben hat, ist keine.«
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    »Philosophie, die keine Auswirkung auf dein Leben hat, ist keine.«

    Philosophie bedeutet Liebe zur Weisheit. Solange du dich nur gedanklich damit beschäftigst, kannst du nicht lieben. Damit Liebe entstehen kann, musst du es leben.

    Philosophie war für mich jahrelang negativ besetzt, weil ich gefühlt habe, dass die Menschen die Philosophie, über die sie sprechen, nicht leben. Sie beschäftigen sich theoretisch damit, in Gedanken. Sie wollen auch mit anderen darüber sprechen, um sie von ihren Gedanken zu überzeugen. Und diesen Überzeugungswunsch, den kann man auch fühlen, denn hinter dem steckt jede Menge Druck. Druck, den man erst fühlen müsste, bevor er zur Weisheit werden kann.

    Weisheit ist kein Gedanke, von dem du überzeugt bist oder an den du glaubst. Weisheit und Liebe zur Weisheit ist die gelebte Erfahrung. Glauben und Überzeugung ist sogar das Gegenteil davon. Denn durch Glauben und Überzeugung, also mit Druck, verweigerst du die Erfahrung. Du willst ja nicht einmal den Druck fühlen, den du fühlst, wenn du andere von deiner Philosophie überzeugen willst. Und falls dir das alles zu theoretisch ist, kannst du das erstaunlicherweise sowohl bei dir als auch bei anderen beobachten. Beobachte dazu einfach Menschen, die das, was andere nur behaupten, tatsächlich leben.

    Ich nehme ein ganz einfaches Beispiel, du kannst viele weitere finden: Versuch mal mit einem Tennisprofi über seine Technik zu diskutieren und versuch ihn mal davon zu überzeugen, dass du eine bessere Technik kennst. Er wird mit dir nicht darüber diskutieren. Und nur ein dummer spiritueller Verstand denkt jetzt: "Hach, wieso nicht? Es könnte doch bereichernd sein für ihn." Ist es aber nicht, weil du keine Ahnung hast und weil er schon genügend Menschen kennt, die ihm helfen, wenn er Hilfe braucht.

    Wunderbarerweise kannst du das aber auch bei dir selbst beobachten: Wenn du in etwas aufgehst, wenn du in einem bestimmten Bereich richtig gut oder zumindest so richtig interessiert bist, dann interessierst du dich nicht für diejenigen, die dir ihre Philosophie anbieten. Du willst auch mit niemandem philosophisch darüber diskutieren. Du willst deine Erkenntnisse tatsächlich leben. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass du tatsächlich Erkenntnisse hast und dass du dich traust, sie umzusetzen. Das ist echte Philosophie. Das ist echte Liebe zur Weisheit.

    Weisheit ist es nur, wenn du sie lebst. Solange du darüber nachdenkst, mit anderen darüber diskutierst, sie erklären oder verteidigen willst, die Hoffnung hast, dass die ganze Welt sie irgendwann übernimmt, solange ist es keine Weisheit. Du bist dann vielleicht verliebt in komplizierte Gedankengänge und ausufernde Diskussionen, aber im Wesentlichen bist du verliebt in dein Ego, das du nicht aufgeben willst und das seinen Schmerz auf die Welt überträgt. Denn genau dieser Schmerz steckt dahinter, wenn du die Welt von deiner Philosophie überzeugen willst.

    Wenn du deine Philosophie tatsächlich lebst, ist da kein Schmerz mehr. Dann wird die gelebte Liebe zur Weisheit für dich und damit auch für alle anderen fühlbar.