Für den Verstand klingen solche Zitate depressiv, weil er nicht in der Lage ist, deine erlebte Realität tatsächlich nachzuvollziehen. Er ist die Barriere, das Hindernis zwischen dir und deiner erlebten Realität. Denn er schnappt sich selbst die guten Gefühle und versucht daraus ein Konzept zu machen oder fährt einfach seine Programmierung weiter.
Würde er die Beobachtung deiner Realität zulassen, würdest du Folgendes erkennen:Glück entsteht nicht durch die Erfüllung deiner Wünsche, sondern durch den Wegfall deines Widerstandes.
Bei der Erfüllung eines Wunsches tritt genau das ein: Du fühlst keinen Widerstand mehr. Für einen kurzen Moment streitet dein Verstand nicht mehr mit der von dir erlebten Realität. Dein gefühlter Widerstand ergibt sich daraus, dass du nicht bereit bist, deine Gefühle wahrzunehmen.
In deinem Verstand äußert sich das als Diskrepanz zwischen erlebter und gewünschter Realität. Es geht dir schlecht und du hättest gerne, dass es dir gut geht. Das findet der Verstand auch toll und besonders logisch, denn wer leidet schon gerne?
Und genau bei dieser Aussage verkennt er deine erlebte Realität komplett. Das Leid entsteht nicht durch deine erlebte Realität, sondern dadurch, dass du eben nicht bereit bist, sie zu erleben. Für deinen programmierten Geist ist das das Härteste, was du ihm präsentieren kannst.
Und genau deshalb ist Spiritualität auch nicht populär und populäre Spiritualität ist keine. Der spirituelle Verstand geht genau in die entgegengesetzte Richtung von Spiritualität. Er sucht sich neue Wünsche, neue Ziele, neue Motivation.
All das nur, um die gefühlte Depression zu vermeiden! Depression ist immer eine Kombination aus Gefühlen und Gedanken. Du fühlst etwas, das du nicht fühlen oder wahrnehmen willst und deshalb denkst du darüber nach.
Könntest du beides voneinander trennen, würdest du sofort erkennen, dass die depressiven Gedanken vollkommen absurd sind.
Zum Beispiel der Gedanke: "Das macht doch alles keinen Sinn! " Der ist vollkommen richtig: Es macht schon immer keinen Sinn. Du hast ihm einen gegeben.
Jetzt fällt er weg. Vielleicht gibst du dem Ganzen irgendwann einen neuen Sinn oder du brauchst keinen mehr? Diese Gedanken haben aber überhaupt nichts mit deiner Körperempfindung zu tun und es wird noch besser.
Du könntest beides hier sein lassen: deine Körperempfindung und deine Gedanken. Und du könntest beide wahrnehmen und über beide nicht mehr urteilen. Du hast gerade Scheißgefühle und du hast gerade Scheißgedanken.
Wer hat das nicht? Diese von dir erlebte Realität wahrzunehmen, ist der Schlüssel zum Glück. Wenn du beides frei von Widerstand wahrnehmen kannst, fällt das weg, was bisher dafür gesorgt hat, dass du nicht glücklich warst.
Und das war die Idee, dass an dir oder der Situation irgendetwas falsch ist.
Deshalb hast du Wünsche entwickelt und diese Wünsche haben überhaupt nichts gelöst, sondern für ein neues Problem gesorgt. Es gab wieder eine Diskrepanz zwischen deiner erlebten Realität und dem, wie es sein sollte. Und genau daraus entsteht Antriebslosigkeit, sprich Depression.
Du solltest mal langsamer machen! Denn nur so kannst du deinen eigenen Wahnsinn erkennen. Solange du getrieben bist von Wünschen, entsteht immer wieder ein künstlicher Antrieb, dessen Erfüllung dich aber nicht befriedigt.
Ein echter authentischer Antrieb braucht keine Disziplin und keine Durchhalteparolen. Du musst damit auch kein Ziel erreichen, da es keine Projektion in die Zukunft mehr gibt. Dein Glück ist nicht mehr von der Zukunft abhängig.
Du bist bereits angekommen, auch wenn du dabei kein Ziel erreicht hast. Ziele und Erwartungen stehen dir im Weg. Aber das will in der selbstoptimierten Spiritualitätsblase niemand wahrhaben.
Lieber jagen sie einer vollkommen falsch verstandenen Definition von Glück hinterher. Und das nur, weil sie nicht bereit sind, ihre erlebte Realität wahrzunehmen.