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    1.8.2025AQ 2807
    »Der Fokus auf die richtigen schlechten Nachrichten löst deine Probleme auch nicht.«
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    Bei den Menschen, die nach Wahrheit suchen und streben, gibt es eine seltsame Idee: Sie gehen davon aus, dass die meisten schlechten Nachrichten falsch sind und dass es die richtigen, also die echten schlechten Nachrichten gibt. Und sie meinen dann weiter, dass die Kenntnis dieser schlechten Nachrichten, die echt sind, irgendwie helfen würde. Und das ist überhaupt nicht der Fall. Und zwar selbst dann nicht, wenn es tatsächlich eine objektive Wahrheit gibt und die auch herauszufinden ist.

    Denn die Verbreitung der wahren schlechten Nachrichten sorgt überhaupt nicht dafür, dass die schlechten Nachrichten beendet werden. Es sorgt auch nicht dafür, dass die Ursache für die schlechten Nachrichten beendet wird. Denn die Ursache für schlechte Nachrichten sind ja meistens schlechte Handlungen von Menschen. Und nur weil sich die schlechten Handlungen von Menschen herumsprechen, beenden diese Menschen ihre Taten nicht.

    Leider können die meisten Menschen nicht erkennen, dass der Versuch, die gesamte Welt zu befrieden, wahnsinnig ist. Er endet nicht im Frieden, er endet immer im Leid. Weil du nicht für die gesamte Welt zuständig bist. Du bist für dich zuständig und für sonst niemanden. Und nur weil du weißt, was die echten schlechten Nachrichten sind und weil du alle echten schlechten Nachrichten dieser Welt kennst, trägst du nichts zur Verbesserung dieser Welt bei. Du trägst deshalb nichts zu deinem eigenen Frieden und auch nicht zum Frieden der anderen bei. Ganz im Gegenteil: Meistens wühlst du dich und andere immer noch mehr auf.

    Es ist eine hohe Kunst, sich mit dem Leid dieser Welt zu beschäftigen und nicht zu verzweifeln. Die meisten Menschen beherrschen das nicht und so tragen sie nicht zur Lösung bei, sondern zur weiteren Verbreitung des Leids. Das wollen sie natürlich nicht hören. Sie halten sich auch für große Aufklärer und sie sind immer noch der Meinung, wenn sich die Informationen genügend weit verbreiten, verändert sich alles.

    Wir sind aber nicht informiert, wir sind emotionalisiert. Wir leben auf Basis unserer Emotionen. Und die lösen sich nicht dadurch auf, dass wir die richtigen schlechten Nachrichten kennen und verbreiten. Hinzu kommt, dass jeder andere schlechte Nachrichten für die richtigen schlechten Nachrichten hält. Also müssen wir uns wieder darüber streiten, wer richtigliegt, wer recht hat. Und so beschäftigen wir uns wieder nicht mit der Lösung des Problems, sondern damit, wer das Problem richtig erkannt hat und ob es das Problem überhaupt gibt.

    Wenn du das klar erkennen kannst, dann siehst du, wie unfassbar viel Energie wir in eine Sache stecken, die überhaupt nichts bringt. Und das liegt noch nicht einmal daran, dass wir uns nicht bemühen. Ganz im Gegenteil: Es liegt daran, dass wir uns so sehr bemühen. Wir stecken all unsere Energie in Phantome und wir merken das noch nicht einmal. Wir wollen diese Phantome auch noch verteidigen. Wir wollen so tun, als wäre das alles echt, womit wir uns beschäftigen. Und wir können nicht erkennen, dass es nichts bringt, selbst dann, wenn es echt ist und wenn es tatsächlich passiert ist.

    Wir versuchen alle gute Menschen zu sein und uns beim Lehrer unser Fleißbildchen abzuholen. Wir glauben, dass uns unsere Fleißbildchen-Sammlung retten wird. Doch das wird nicht passieren. Wir müssen uns selbst retten. Und das funktioniert nur, wenn wir erkennen, wie wir sind. Und das funktioniert nur, wenn wir bereit sind, genau hinzuschauen, warum wir bestimmte Dinge tun, warum wir andere von der Wahrheit überzeugen wollen, warum wir glauben, die Wahrheit gefunden zu haben und warum wir die Wahrheit nicht als Erstes für uns selbst leben.

    Die Welt da draußen wird in den nächsten Jahren so verrückt, dass du es rational nicht mehr verarbeiten kannst. Tatsächlich ist es bereits der Fall und viele halten das für schlecht. Es ist in Wahrheit das Beste, das passieren kann. Denn die Welt war noch nie dazu gedacht, rational verarbeitet zu werden, weil das überhaupt nicht möglich ist. Dadurch, dass die Welt außerhalb von dir durchdreht, wirst du radikal auf dich selbst zurückgeworfen. Nur so lernst du, die Wahrheit in dir wieder zu erkennen.

    Du wirst auch Original und Fälschung nicht mehr unterscheiden können. Auch das ist gut. Auch das schult deinen Blick für dein Inneres. Und in dir musst du die Fähigkeit entwickeln, zu erkennen, warum du dich auf die schlechten Nachrichten konzentrierst. Du musst herausfinden, was sie in dir auslösen und warum du sie als Alibi verwendest. Denn genau das tust du: Du begründest damit deine schlechten Gefühle.