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    31.7.2025AQ 2806
    »Wenn im Zirkus etwas schiefläuft, schicken sie die Clowns, um das Publikum abzulenken.«
    0:005:44

    »Wenn im Zirkus etwas schiefläuft, schicken sie die Clowns, um das Publikum abzulenken.« Sprichwort

    Wenn du derzeit viele Clowns siehst, dann gibt es also einen Grund dafür: Es ist etwas schiefgelaufen. Ich vermute sogar, dass nicht nur etwas schiefgelaufen ist, sondern eine ganze Menge, denn ich sehe sehr viele Clowns. Ich sehe sie an jeder Ecke. Ich sehe sie in der Politik, ich sehe sie in den Medien, ich sehe sie in der Wirtschaft und ich sehe sie in der Spiritualität. Von irgendetwas wollen sie dich ablenken.

    Den Clowns ist überhaupt nicht klar, dass sie nur für die Ablenkung da sind. Denn so funktioniert unser Ego: Es bezieht Bedeutung aus unserer Tätigkeit. Es fühlt sich geehrt und gewertschätzt und freut sich, dass es mitspielen darf. Es empfindet auch seine Rolle als äußerst wertvoll und würde niemals auf die Idee kommen, dass es die Rolle eines Clowns spielt. Es ist der Meinung, seine Rolle ist extrem wichtig und hilfreich.

    Auf eine gewisse Art und Weise stimmt das auch. Denn die Rolle des Ego ist die beste Ablenkung. Es lenkt uns von uns selbst ab und es lenkt natürlich auch andere von ihrer Essenz ab. Denn sie beschäftigen sich mit unserer Rolle als Clown, also als Ablenkung. Wir werden also von äußeren und inneren Clowns abgelenkt.

    Es ist dabei gar nicht wichtig zu wissen, was genau schiefgelaufen ist. Denn dabei geht es nur um die äußeren Missgeschicke. Die wesentliche Ablenkung ist immer die von unserem Inneren. Wir werden konstant davon abgehalten, zu erkennen, wer wir sind. Wir sind nämlich etwas, das von außen unabhängig ist. Und diese Erkenntnis darf sich auf gar keinen Fall durchsetzen. Wir müssen den Eindruck bekommen und behalten, wir seien von außen abhängig.

    Nur dafür existiert die gesamte Ablenkung. Nur deshalb gibt es die vielen Clowns. Sie vermitteln uns den Eindruck, dass außerhalb von uns etwas Wichtiges geschehen würde. Das ist zwar nicht der Fall, aber das Schauspiel ist halt so gut, dass wir den Eindruck bekommen. Und so verlieren wir uns in Gedanken und Diskussionen, statt einfach zu machen. Wir überlegen hin und her. Wir fragen andere um Rat. Wir wollen mit ihnen diskutieren und sie von unserer Meinung überzeugen. Als bräuchten wir von irgendjemand eine Erlaubnis! Als müsste uns jemand zustimmen, damit wir etwas tun dürfen! Und so braucht es gar keine Clowns mehr, weil wir selbst diese Aufgabe der Ablenkung übernehmen.

    Also, was ist schiefgelaufen? Außerhalb jede Menge. Wahrscheinlich gehen ein paar Pläne nicht auf. Vielleicht hat jemand festgestellt, dass er doch nicht allmächtig ist? Vielleicht kommen Pläne an ihre Grenzen und es geht jemandem nicht schnell genug?

    Die wesentliche Ablenkung findet aber immer noch in uns und durch uns statt. Wir lenken uns durch die Welt von uns selbst ab. Wir halten das, was außerhalb von uns passiert, für wichtiger als das, was in uns geschieht. Das hat sich auch noch nie geändert. Denn das ist das Spiel hier. So funktioniert es: von außen nach innen. Mit den Clowns hinter die eigenen Kulissen.