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    26.7.2025AQ 2801
    »Das Trauma, das uns bewusst wird, ist immer nur ein Folgetrauma.«
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    »Das Trauma, das uns bewusst wird, ist immer nur ein Folgetrauma.«

    Das Trauma, das uns auffällt, das wir kennen, ist eine Folge des ersten unbewussten Traumas. Und das erste unbewusste Trauma war immer vor dem bekannten Trauma. Das dir bekannte Trauma ist niemals das erste. Es gibt immer ein Trauma, das die Grundlage für alle weiteren legt. Ohne diese Grundlage würden sich all jene, die dich traumatisieren, überhaupt nicht angezogen fühlen. Und auch du würdest diese Situationen gar nicht zulassen.

    Bitte versteh das nicht als Vorwurf. Es ist keiner. Es ist einfach nur, wie wir funktionieren. Mit dem ersten Trauma wird die Grundlage für alle weiteren gelegt. Diese Traumata können alle verschieden sein. Aber bereits das zweite kann nur aufgrund des ersten geschehen. Und vor allem kannst du das zweite aufgrund des ersten nicht verarbeiten.

    Du kannst zum Beispiel nicht mit deinen Eltern darüber sprechen, weil sie dir nicht glauben oder weil du ihnen nicht vertraust. Und deshalb sprichst du nicht darüber und frisst es in dich hinein. Denn du weißt natürlich auch nicht, wie du damit umgehen sollst. Es ist ja niemand da, der dich begleitet. Und so sorgt das erste Trauma für ein Folgetrauma.

    Die Grundlage sind also immer die Dinge, an die du dich nicht erinnerst, die du sogar aufgrund der folgenden traumatischen Erlebnisse verdrängst oder komplett ignorierst. Sie fühlen sich vielleicht auch stärker verletzend an, doch die erste Verletzung — und nichts anderes bedeutet Trauma — war bereits vorher. Manche meinen, Trauma sei eine seelische Verletzung. Ich sehe in einem Trauma eine emotionale Verletzung, eine Fehlprogrammierung.

    Das heißt nicht, dass an dir irgendetwas verkehrt ist. Es bedeutet nur, dass du verkehrt programmiert bist. Du fühlst dich aufgrund des ersten Traumas zum Beispiel alleingelassen, verunsichert und hilflos. Das ist aufgrund deiner Erfahrung ein vollkommen richtiger Fehler in deinem System. Den musst du gar nicht sofort loswerden. Du musst nur bereit sein, ihn wahrzunehmen. Und Wahrnehmung geschieht über Gefühle, nicht über Gedanken. Und wenn du fühlst, nimmst du wahr, wo in deinem Körper die emotionale Energie deines ersten Traumas abgespeichert ist.

    Es geht nicht um die Ereignisse, die zum Trauma geführt haben. Es geht um diese Energie. Es geht darum, sie wahrnehmen zu können. Frei von Gedanken und frei von Übersprungshandlungen. Eine Erklärung bringt dir nichts. Deshalb bringt dir noch nicht einmal eine Entschuldigung etwas. Denn die Energie ist unabhängig von den Worten und Gedanken in dir abgespeichert. Dein Emotionalkörper hat sich diese Energie gemerkt, bis du bereit bist, dich ihr zuzuwenden.

    Deshalb bringt es auch nichts, anderen in Gedanken zu verzeihen. Wenn, dann musst du dir selbst verzeihen, dass du diese Energie bisher verdrängt hast und nicht wahrnehmen wolltest. Doch selbst das ist kein Problem, denn jetzt bist du ja bereit. Und du machst es in kleinen Schritten in der Dosierung, die für dich richtig ist.

    Du musst dazu nirgendwo hingehen. Du brauchst nicht in die Vergangenheit reisen und du musst dich noch nicht einmal an die Umstände erinnern. Jede frühere Verletzung ist in Form von Körperempfindungen jetzt in dir. Zumindest dann, wenn sie ausgelöst wird. Das sind die sogenannten unangenehmen Momente in unserem Leben. Und sie sind die Erinnerung an uns selbst.