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    22.7.2025AQ 2797
    »Gegen Wahnsinn zu kämpfen ist wahnsinnig.«
    0:005:26

    »Gegen Wahnsinn zu kämpfen ist wahnsinnig.«

    Wahnsinn ist nicht bekämpfbar, sonst wäre es kein Wahnsinn. Es ist die Definition von Wahnsinn, dass man nichts dagegen machen kann. Die Frage ist also nicht, wie wir Wahnsinn bekämpfen oder verdrängen können. Die Frage ist, wie wir Wahnsinn erkennen können, um dann richtig mit ihm umzugehen.

    Wir denken in der Regel, es sei einfach, Wahnsinn zu erkennen. Doch das ist es nicht. Denn im dümmsten Fall haben wir den Wahnsinn mit der Muttermilch aufgesogen. Und das ist nicht selten, sondern häufig. Deshalb können wir Wahnsinn gar nicht erkennen. Er kommt uns so vertraut und so normal vor. Wir kennen es gar nicht anders und dadurch sind wir selbst wahnsinnig. Deshalb ist es eine der größten Befreiungen, wenn du das dir selbst gegenüber zugeben kannst.

    Erst wenn du erkennen und zugeben kannst, dass du von Wahnsinnigen umgeben bist und deshalb selbst wahnsinnig bist, kann sich etwas verändern. Vorher steht dir dein Ego im Weg und du denkst: "Alle anderen sind wahnsinnig, nur ich nicht." Das ist rein praktisch gar nicht möglich. Dein Umfeld färbt auf dich ab, ob du willst oder nicht. Es ist leicht, den anderen die Schuld zu geben und auf sie zu schimpfen, wie wahnsinnig sie sind und dich furchtbar darüber aufzuregen. Das ist auch notwendig. Aber wenn du da hängen bleibst, dann bringt dich diese Erkenntnis nicht weiter. Du bist dann sauer und verbittert und die ganze Zeit am Kämpfen.

    Wenn du deinen eigenen Wahnsinn tatsächlich erkennst, kannst du den Wahnsinn der anderen auf einer neuen Ebene erkennen. Und zwar auf einer Ebene, die sehr klar ist, aber nicht mehr verurteilt. Du musst den Wahnsinn nicht verleugnen. Du kannst ihn erkennen und ganz klar sehen. Du brauchst dann keine spirituellen Sätze sagen wie: "Na ja, jeder hat sein Bestes gegeben." Oder: "Sie wussten es nicht besser." Oder auch: "Es macht ja nichts. Wir sind ja alle eins." Das ist überhaupt nicht notwendig. Du kannst Wahnsinn erkennen. Selbst auf die Gefahr hin, dass du nicht richtigliegst und noch nicht alle deine eigenen Anteile erkennst. Du versuchst einfach, deinen eigenen Wahnsinn zu erkennen und beim Wahnsinn der anderen so gut wie möglich nicht mehr mitzumachen.

    Gegen den Wahnsinn zu kämpfen, deinen eigenen oder den der anderen, wäre wahnsinnig dumm. Es wäre auch nicht hilfreich, sich die ganze Zeit über den Wahnsinn aufzuregen, wenngleich es zwischendurch auch einmal notwendig ist, wenngleich es zwischendurch einfach passiert. Solange wir wütend sind und uns aufregen, haben wir den Wahnsinn noch nicht komplett erkannt und unseren eigenen Wahnsinn noch nicht entlarvt.

    Die äußere Welt ist ein Witz im Vergleich zur inneren Welt. Wenn du zu dem zurückkommst, was in dir stattfindet, ist die Welt nur der Auslöser, nicht der Störenfried oder Feind. Nur so kannst du Wahnsinn wirklich erkennen. Und diese Erkenntnis sorgt dafür, dass du ihn weder in anderen noch in dir eliminieren musst, weil du erkennst, dass das wahnsinnig wäre.

    So erschöpft sich der Wahnsinn von selbst. Durch Selbsterkenntnis.