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    18.7.2025AQ 2793
    »Das Ego behauptet zu suchen. Wenn es dann findet, ist es beleidigt.«
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    »Das Ego behauptet zu suchen. Wenn es dann findet, ist es beleidigt.«

    Wenn das Ego findet, was es immer behauptet hat, zu suchen, ist es entweder enttäuscht oder beleidigt. Die Suche ist eine Suche des Ego. Diese Suche hält dich gefangen. Wenn du suchst, hast du ein ganz bestimmtes Ziel. Dieses Ziel wirkt wie Scheuklappen. Du kannst auf dem gesamten Weg der Suche nichts anderes finden als das, was du suchst. Wenn du das, was du suchst, nicht findest, findest du auf diesem Weg gar nichts.

    Die Suche hält uns gefangen, weil wir nichts anderes finden können als das, was wir suchen. Das ist bei der spirituellen Suche genauso wie bei der weltlichen Suche. Wenn du wandern gehst und du willst ein Foto von einem Enzian machen, dann siehst du die anderen Blumen nicht. Und nicht nur das! Du siehst auch die Bäume und die Sträucher nicht und die Berge. Dein Fokus ist auf eine einzige Sache ausgerichtet. Und dieser Fokus verhindert, dass du andere Dinge siehst. Dinge, die du gar nicht suchen müsstest.

    Deine Suche richtet dich auf den Mangel aus. Suche verkennt immer die bereits existierende Fülle. Nichts schränkt dich so sehr ein wie deine Suche. Und nichts macht dich so sehr abhängig. Die Suche ist eine Sucht und jede Sucht ist eine Suche. Wenn du finden willst, musst du offen sein. Offen für mehr als eine Möglichkeit. Je offener du bist, desto mehr findest du und desto weniger bist du auf der Suche.

    Bei einer Suche ist die Enttäuschung immer programmiert, weil wir ein bestimmtes Ziel erreichen wollen und in dieses Ziel interpretieren wir alles Mögliche hinein. Wir verbinden mit dem Ziel die Erfüllung unserer Wünsche und Träume. Kein erfülltes Ziel kann unseren hohen Ansprüchen gerecht werden. Wir verbinden zu viele Ideen und Vorstellungen mit der Erreichung unserer Ziele. Als könnten wir durch die Erreichung der Ziele endlose Glückseligkeit erreichen!

    Deshalb ist unser Ego bei der Erreichung der Ziele immer enttäuscht oder beleidigt. Das trifft insbesondere dann zu, wenn das Ego Fragen zum Leben hat und eine Antwort darauf bekommt. Diese Antworten sind ihm immer zu trivial, viel zu einfach. Es hätte gerne komplexe Antworten mit schwer zu erfüllenden Bedingungen. Und deshalb tut es sich mit den leichten Bedingungen so schwer. Sie erscheinen viel zu einfach. Auch die Suche sollte lange dauern und anstrengend sein. Denn sonst ist sie nichts wert. Die einfachen Antworten will das Ego nicht hören, weil es den Schmerz nicht fühlen will, wenn es sie leben müsste. Oder es will selbst drauf gekommen sein, weil es die Antworten in sich selbst finden will.

    Dadurch macht es die Suche komplizierter, als sie ist. Sie würde nämlich einfach wegfallen, wenn es das Ego nicht gäbe. Und du könntest die ganze Zeit finden, weil dein Blick nicht eingeschränkt, sondern geweitet ist. Und du findest immer das, was jetzt gerade hier ist, weil dich keine Suche mehr davon ablenkt.