Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    StefanHiene
    • Audioquickies
    • Entbildung
    • Kryptogold
    • Goldesel
    • Kostenlos
    • Shop
    Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    StefanHiene
    Start
    AQ
    Anmelden
    Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    © 2026 Stefan Hiene
    ImpressumDatenschutzAGBKontaktKaffeeHilfe
    Alle Audioquickies
    12.7.2025AQ 2787
    »Die Quelle nennen zu können ist geistige Reife.«
    0:005:15

    »Die Quelle nennen zu können ist geistige Reife.«

    Was in der spirituellen Szene oft Inspiration genannt wird, ist tatsächlich Diebstahl. Sie lesen etwas, fühlen sich inspiriert, sprich sie haben dabei gute Gefühle und sind anschließend nicht in der Lage zuzugeben, welches Zitat oder welcher Autor diese guten Gefühle bei ihnen ausgelöst hat. Stattdessen übernehmen sie das, was bei ihnen gute Gefühle verursacht hat, teilweise sogar im Wortlaut oder so ähnlich.

    Die lustigste von allen ist die bekannteste Spirituelle in Deutschland, die sich alles aufschreibt, wenn sie inspiriert ist. Aus diesen Notizen bastelt sie dann etwas "Neues". Lustig ist sie deshalb, weil sie einmal einen Kongressveranstalter verklagt hat, dessen Praktikantin ein paar Seiten aus einem ihrer Bücher übernommen hat. Das Geld, das sie dadurch bekommen hat, hat sie natürlich an einen guten Zweck gespendet. Und das sind dann diejenigen, die dir von Heilung und einer neuen Welt erzählen. Sie nennt ihre Quellen nur dann, wenn sie sich einen Vorteil davon verspricht.

    Warum ich das erwähne, hat zwei Gründe. Beide kann ich aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Der erste ist die Angst des Ego durch die Nennung der Quelle etwas zu verlieren. Es wäre selbst gerne darauf gekommen. Es hätte die Idee gerne selbst gehabt und deshalb will es die Idee als seine eigene verkaufen. Du weißt aber, dass es nicht so ist und du belügst deshalb überhaupt nicht die anderen, sondern dich selbst. Dazu musst du einen Teil in dir abspalten. Du musst dich selbst davon überzeugen, dass es kein Diebstahl ist, obwohl du es besser weißt.

    Und wenn ich das Wort "Diebstahl" erwähne, dann meine ich das überhaupt nicht moralisch mir oder anderen gegenüber, sondern dir selbst gegenüber. Du weißt es. Und du musst so tun, als wüsstest du es nicht. Tatsächlich ist es dir sogar peinlich und du musst es überspielen. Dadurch wirst du unecht. In diesem Modus ist es also gar nicht möglich, die vielgepriesene Authentizität zu leben. Du kannst nicht mehr echt sein. Das ist unmöglich. Vor allem eben nicht dir selbst gegenüber.

    Unser Ego wäre nicht unser Ego, gäbe es nicht die gegenteilige Seite. Deshalb denken einige Egos konträr dazu auch: "Ich möchte nicht angeben. Ich möchte nicht erwähnen, bei wem ich das gelernt habe, weil ich ihn nicht für meine Werbung missbrauchen möchte."

    Tatsächlich wird dir weder etwas genommen noch etwas gegeben, wenn du die Quelle nennst. Die Quelle zu nennen ist ein Zeichen deiner geistigen Reife und ein Zeichen für deine Fähigkeit, dein Ego zu ignorieren. Es wird außerhalb von dir überhaupt nichts verändern. Es wird niemandem helfen und es wird niemandem schaden. Es macht nur für dich einen Unterschied: Du lernst, dir selbst gegenüber ehrlich zu sein.

    Da ich meine Quellen grundsätzlich nenne, bekomme ich manchmal einen Dank hinter den Kulissen, ganz selten öffentlich. Und ich erinnere mich immer wieder daran, dass es nicht um den Dank der anderen geht. Denn ich belohne mich selbst, indem ich mich nie wieder anlügen und von mir selbst abspalten muss.