»Die Auflösung von Themen braucht es nur im Widerstand zu ihnen.«
Die Auflösung von Themen ist nicht das, was wir denken. Denn ohne Widerstand zum Thema muss es nicht aufgelöst werden. Was im Weg steht, ist also nicht das Thema, sondern der Widerstand. Deshalb ist die einzige Möglichkeit für das, was wir Auflösung von Themen nennen, die Akzeptanz dessen, was ist. Doch genau diese Akzeptanz steht im krassen Widerspruch zu dem, wie wir mit den Themen umgehen. Wir haben nur deshalb ein Thema, weil wir es nicht akzeptieren wollen, wie es ist. Und das, obwohl es verrückterweise ja bereits so ist. Statt das zu erkennen, streiten wir die ganze Zeit mit unserer erlebten Realität. Nur deshalb wollen wir sie verändern.
Der Grund, warum uns Akzeptanz und Hingabe so schwerfallen, ist die Interpretation des Verstandes von Ohnmacht. Er glaubt, dass wir ohnmächtig wären, wenn wir nichts mehr verändern wollen. Tatsächlich führen Akzeptanz und Hingabe dazu, dass wir das erste Mal seit Langem überhaupt wieder in der Lage sind, Veränderung zuzulassen. Die Hingabe selbst ist bereits die größte Veränderung. Vorher sind wir im Verstand gefangen, der uns jede Situation schlechtredet. Gleichzeitig macht er uns Angst, die Situation, so wie sie ist, hinzunehmen. Er wertet das als Niederlage. Er sagt dir dann, dass du das nicht einfach so hinnehmen kannst und dass du dich doch nicht selbst aufgeben sollst.
Hingabe ist aber etwas anderes als Kapitulation. Tatsächlich haben wir unser Leben lang vor unserem Verstand kapituliert. Denn wir haben ihm und seinen Kommentaren die Macht gegeben. Ihn haben wir als Einzigen nie in Frage gestellt. Wir haben alles genau so hingenommen, wie er es uns präsentiert hat. Hingabe ist deshalb nicht das, was dir in spirituellen Zeitschriften und auf Meditationsbildern präsentiert wird.
Hingabe fühlt sich von innen erlebt ganz anders an als das, was du bei Meditationsbildern interpretierst. Die schauen ja immer so schön sanft aus. Und die Menschen, die wirken, als wären sie in Harmonie und Frieden. Und dieser Trick wirkt ja auch, denn das wünschst du dir ja auch für dich. Sie verkaufen dir mit diesen Bildern einfach die stereotype Vorstellung von Hingabe. Doch die Vorstellung von Hingabe hat nichts mit tatsächlicher Hingabe zu tun.
Tatsächliche Hingabe bedeutet, dass du den Widerstand und alle anderen Körperempfindungen fühlst, die im Zusammenhang mit dem sogenannten Thema aufkommen. Und das fühlt sich überhaupt nicht meditativ an. Ganz im Gegenteil! Und deshalb wirkt es auch wie eine unmögliche Aufgabe.
Das ist auch der Grund dafür, dass Hingabe für die meisten Menschen nicht wirklich funktioniert. Es liegt nicht daran, dass sie es nicht können. Es liegt daran, dass sie falsche Vorstellungen davon haben. Sie interpretieren Hingabe als angenehm und das nur aufgrund der Verführung der spirituellen Medien. Und natürlich gibt es auch den ein oder anderen Meditationslehrer, der seinen Frieden nur spielt und deshalb einen falschen Eindruck hinterlässt. Es gibt nur wenige Menschen, die alle ihre Themen aufgelöst haben.
Wir bekommen ein ganzes Leben lang die Zeit und die Möglichkeit dafür. Wenn wir uns dann damit stressen, bringt das auch nichts. Wichtig ist, dass wir alle unsere Vorstellungen darüber, wie es sein sollte, wie es vonstattengeht und was das Ergebnis ist, loslassen. Jeder Gedanke, der dabei auftaucht, ist ein Gedanke, den wir ignorieren müssen. Je weniger Widerstand wir gegenüber unseren Körperempfindungen haben, desto leichter gelingt uns das.