Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    StefanHiene
    • Audioquickies
    • Entbildung
    • Kryptogold
    • Goldesel
    • Kostenlos
    • Shop
    Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    StefanHiene
    Start
    AQ
    Anmelden
    Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    © 2026 Stefan Hiene
    ImpressumDatenschutzAGBKontaktKaffeeHilfe
    Alle Audioquickies
    2.7.2025AQ 2777
    »Wie gerne zahlst du Steuern, wenn du sauer bist, dass andere keine zahlen?«
    0:005:13

    »Wie gerne zahlst du Steuern, wenn du sauer bist, dass andere keine zahlen?«

    Es gibt immer wieder Menschen, die behaupten, sie würden gerne Steuern zahlen. Noch viel mehr behaupten, es wäre notwendig und es würde der Gesellschaft zugutekommen. Bei genauerer Betrachtung ist die erste Behauptung in den meisten Fällen eine Lüge. Wenn diese Lüge aufgedeckt wird, führt das zur zweiten Aussage.

    Die Frage des heutigen Zitates hat also gar nichts mit Steuern zu tun. Die Frage ist: Wie ehrlich bist du zu dir selbst? Wenn du deine Steuererklärung selbst machst und dabei jeden Trick anwendest, der möglich ist, weil du dich auskennst und weil du dich ständig informierst, dann zahlst du nicht gerne Steuern. Wenn du einen Steuerberater hast, der dir die Tricks zeigt, dann zahlst du auch nicht gerne Steuern. Und wenn du dir für alles eine Rechnung geben lässt, um sie von der Steuer abzusetzen, dann zahlst du auch nicht gerne Steuern.

    Steh doch einfach dazu. Niemand wird gerne zu Wohltätigkeit gezwungen. Einen Zwang zur Wohltätigkeit kann es noch nicht einmal geben. Wohltätigkeit, die nicht dir selbst entspringt, ist das Papier nicht wert, auf dem das Geld gedruckt ist. Trotzdem ist Wohltätigkeit und Gemeinwohl die letzte Bastion unserer argumentativen Rechtfertigung und Verteidigung. Wir können es noch nicht einmal uns selbst gegenüber zugeben, dass wir nicht gerne Steuern zahlen. Wie sollten wir es anderen gegenüber zugeben können?

    Statt zuzugeben, dass wir dazu genötigt werden, internalisieren wir das, was wir nicht gerne machen und erheben es zu einem moralischen Anspruch. Als würden wir damit tatsächlich etwas Gutes tun! Das ist eine unfassbare Verdrehung der tatsächlichen Abläufe. Erst kam der Zwang, dann haben wir ihn zur Moral überhöht. Umgekehrt wäre es vollkommen anders. Da hättest du einen moralischen Impuls. Zum Beispiel würdest du gerne jemandem helfen. Und dann machst du freiwillig das, was du für richtig und notwendig hältst.

    Diese freiwillige Moral wird von Zwang überschattet und verdeckt. Wir erheben den Zwang zur Moral und verdrängen dadurch unsere innere Führung. Diese innere Führung verlieren wir aber übrigens auch im Widerstand zum Zwang. Denn Widerstand ist niemals innere Führung. Auch deshalb werden viele das Zitat nicht verstehen. Sie werden es über ihren Widerstand wahrnehmen. Sie fühlen sich dann zwar bestätigt, doch gleichzeitig fühlen sie sich auch ausgeliefert.

    Wenn du innerlich wirklich frei bist von Zwang, dann macht dir auch der Zwang nichts mehr. Gleichzeitig bist du aber auch so frei, dass du die Frage eindeutig für dich beantworten kannst: Wie gerne zahlst du Steuern, wenn du sauer bist, dass andere keine zahlen? Diese Frage bringt dich dann nicht in Verlegenheit und du kannst ganz ehrlich sagen, wie es für dich ist.

    Diese Ehrlichkeit dir selbst gegenüber ist die Voraussetzung für den Beginn jeder Veränderung. Sie beginnt nicht dadurch, dass du die Antworten in die Welt hinausposaunst. Sie beginnt dadurch, dass du in die Antworten hinein entspannst.