»Alles, was wir tun, wurde an eine künstliche Bedingung geknüpft.«
Als Kinder wurden wir regelmäßig gefragt, warum wir etwas tun oder warum wir etwas wollen. Die Erwachsenen versuchen damit, die Kinder auf ihre rationale Ebene zu ziehen. Doch auf dieser rationalen Ebene findet Leben nicht statt. Es ist eine künstliche Ebene. Diese Ebene sorgt dafür, dass wir künstliche Begründungen finden. Und die künstlichen Begründungen sorgen dafür, dass wir vollkommen desorientiert sind. Wir denken nämlich, dass wir diese künstlichen Gründe erfüllen müssten. Wir versuchen, ihnen nachzueifern, als wären sie echt.
Ein Kind, das von seinen primären Bezugspersonen noch nicht auf die rationale Ebene gezogen wurde, hat auf die Frage: "Warum?" immer eine eindeutige Antwort. Es begründet die Frage nach dem "Warum" immer mit: "Weil!" Danach kommt nichts mehr. Es kennt keinen Grund. Es kennt nur das Wort, das die Erwachsenen verwenden, wenn sie etwas begründen.
Zu tun, was du willst, ist immer bedingungslos. Es gibt keine logische Begründung dafür, außer deine Anziehung. In ein paar wenigen Bereichen konnten wir es noch nicht komplett rationalisieren. Deshalb erscheinen uns rationale Rückfragen als seltsam. "Warum hast du dich verliebt?" Auf diese Frage gibt es keine logische Antwort. Wenn du das, was du tust, an eine Bedingung knüpfst, dann versklavst du dich selbst.
Und genau das ist unser Problem: Durch die rationalen Begründungen ist uns Bedingungslosigkeit abtrainiert worden. Und zwar auf zwei Arten. Die erste Art: Immer wenn wir etwas getan haben, wurden wir gefragt, warum wir es getan haben. Die zweite Art: Immer wenn wir etwas tun sollten, wurde uns erklärt, warum wir es tun sollen. Und dann wurden wir mehr oder weniger gezwungen, es zu tun, weil es doch so logisch ist, es zu tun und weil die Erwachsenen es so gut begründen können.
Tatsächlich waren all diese Begründungen unlogisch. Es waren keine Begründungen. Es waren die Sätze, die die Eltern von ihren Eltern hatten. Und es waren Begründungen, die ausgedacht waren, weil die Eltern von dir ein bestimmtes Verhalten erzwingen wollten. Es waren also Hirngespinste und Versklavung. Und deshalb haben wir das jetzt auch. Wir denken in dummen Begründungen und wir versklaven uns selbst. Wir haben immer eine Erklärung, warum etwas nicht geht, warum wir etwas nicht machen können.
Diese rationalen Begründungen sind falsch. Wir schaffen es aber nicht, sie in Frage zu stellen, weil wir so sehr daran glauben. Wir sind von unserem Gedankengefängnis vollkommen überzeugt. Wir glauben, wir würden scheitern, wenn wir dieses Gefängnis verlassen. Tatsächlich sind wir gescheitert, weil wir in dieses Gefängnis eingezogen sind. Und wir werden scheitern, solange wir drinbleiben.
Die künstlichen Bedingungen verhindern intuitives Handeln. Wir behaupten dann, keine Intuition zu haben. Tatsächlich reden wir sie uns schlecht. Da wir von den eigenen Argumenten aber so überzeugt sind, können wir nicht erkennen, dass sie nicht wahr sind. Wir huldigen ihnen und wir verehren sie. Wir empfinden sie als unantastbar. Das sind sie nicht. In Wahrheit sind sie eine Fata Morgana: künstlich, ausgedacht, erfunden.
Jeder, der sie herausfordert, findet die Wahrheit. Und die Wahrheit ist: Du bist unabhängig von rationalen Begründungen.