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    24.6.2025AQ 2769
    »Es herrscht Krieg. Krieg um deine Aufmerksamkeit.«
    0:006:51

    »Es herrscht Krieg. Krieg um deine Aufmerksamkeit.«

    Der Krieg, von dem du denkst, dass er gerade stattfindet, existiert nicht oder nicht so, wie du denkst. Und derjenige Krieg, der tatsächlich herrscht, den bekommst du gar nicht mit. An den denkst du nicht. Du bekommst diesen Krieg nicht mit, weil du Angst hast. Und falls du keine Angst hast, bist du beschäftigt damit, dir eine Meinung zu bilden, zu diskutieren und an Demonstrationen oder Protesten teilzunehmen oder sie zu organisieren. Du hast das Gefühl, als würde es etwas bringen, eine Meinung zu haben. Doch deine Meinung verändert nichts.

    Das, was wir für wichtig halten und sogar verteidigen, dient uns nicht. Ganz im Gegenteil: Es schwächt und schadet uns. Trotzdem wird es uns immer noch so verkauft, als wäre es zu unserem Vorteil. Und wir? Wir freuen uns, wenn jemand seine Meinung sagt. Natürlich nur dann, wenn sie unserer Meinung entspricht. Und wir freuen uns, wenn jemand protestiert. Natürlich nur dann, wenn es der Protest ist, den auch wir unterstützen.

    Das ist eine Form der Herrschaft, die noch gar niemand mitbekommen hat. Es ist eine Herrschaftsform, die keinen Namen hat. Und diese Form der Herrschaft existiert bereits, bevor wir von irgendetwas oder irgendjemandem beherrscht werden. Es beherrscht uns und wir verteidigen es sogar. Wir sind überzeugt davon, dass es extrem wichtig ist und das nur, weil es uns gesagt wurde und weil wir es unser gesamtes Leben lang bereits so machen. Wir verteidigen es, als würde es zu uns gehören, als wäre es unser Eigenes und unser innerster Kern. Tatsächlich wurde es uns von außen gegeben. Jemand hat es behauptet und er hat es so oft wiederholt, bis wir es geglaubt haben. Und das sitzt so tief in uns, dass es uns überhaupt nicht mehr auffällt. Es sitzt so tief, dass es rational gar nicht auflösbar ist. Argumente und Diskussionen werden das niemals erreichen.

    Es ist deshalb vollkommen ausgeschlossen, weil es nicht rational, sondern emotional abgespeichert ist. Es ist unser emotionaler Kern, mit dem wir uns so verbunden fühlen, als wären wir diese Emotionen. Und weil wir uns damit identifizieren, verteidigen wir es auch. Und falls jemand etwas anderes sagt, fühlen wir uns persönlich angegriffen. Und obwohl das gesamte System immer auf Krieg hinausläuft, weil es so aufgebaut ist, wollen wir immer erst dann etwas machen, wenn es akut ist. Dann werden wir plötzlich zu Aktivisten. Dann wollen wir die Welt verbessern. Das ist wie bei Menschen, die auf Motivationsseminare gehen, wenn sie schlecht drauf sind: Dann sind sie bereit dafür. Und dann verstehen sie aber auch nicht, dass es nichts bringen wird.

    Ich erinnere mich, dass vor dem Irakkrieg Millionen auf den Straßen dieser Welt waren und gegen den Krieg demonstriert haben. Es hat trotz aller guten Absichten nichts verändert. Der Krieg fand trotzdem statt. Wie genau, wissen wir nicht. Auch dazu kennen wir nur die manipulierten Fernsehbilder und die manipulierten Berichte. Und obwohl wir das erlebt haben, wollen wir die Idee nicht loslassen, dass unsere Beschäftigung mit dem Thema etwas bringen würde. Und so diskutieren wir mit unseren Freunden, Kollegen und Familienmitgliedern und wir versuchen, sie von unserer Position zu überzeugen und verstehen überhaupt nicht, dass das überhaupt keinen Wert hat. Wir verstehen auch nicht, dass es in diesen Diskussionen um etwas vollkommen anderes geht.

    Es geht nämlich um die Beziehung zu dem Menschen, mit dem du diskutierst und sonst um nichts. Deine Aufmerksamkeit ist also immer an der falschen Stelle. Du konzentrierst sie auf das, was gerade nicht hier ist und du vergisst das, was jetzt gerade tatsächlich hier ist. Und deshalb funktioniert der Krieg um deine Aufmerksamkeit hervorragend. Selbst dann, wenn du sogenannte alternative oder sogar spirituelle Kanäle abonniert hast.

    Es ist immer das gleiche Spiel: Du legst deine Aufmerksamkeit auf etwas, das du nicht beeinflussen kannst. Dort ist sie am schlechtesten aufgehoben. Gut aufgehoben ist sie nur dort, wo du gerade bist. Nur dann scheitert der Krieg. Der Krieg um deine Aufmerksamkeit.