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    20.6.2025AQ 2765
    »Sozialismus ist der Versuch, nichts mehr lernen zu müssen.«
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    »Sozialismus ist der Versuch, nichts mehr lernen zu müssen.«

    Wenn du erwartest, dass die Gemeinschaft für dich sorgt, bedeutet das, dass du nicht herausfinden willst, wie du für dich selbst sorgen kannst. Das ist das Ende des Lernens. Niemand verschwendet seine Fähigkeiten so sehr wie derjenige, für den andere sorgen. Jemand, für den nicht gesorgt ist, muss sich entwickeln. Er muss kreativ werden. Und er muss lernen. Vor allem muss er lernen, sich aus seinem eigenen Leid zu befreien. Keine leichte Aufgabe. Tatsächlich sogar die schwierigste.

    Sozialismus ist nur mit Leid möglich, weil die Idee von Sozialismus nur unter Leid entstehen kann. Frei von Leid und frei von der Idee, ein Opfer zu sein, gibt es keine Notwendigkeit für die Idee, dass andere für dich sorgen sollen. Und das bedeutet überhaupt nicht, dass dir niemand helfen darf. Es bedeutet das Ende der Idee der Einbahnstraße. Niemand ist dir etwas schuldig. Auch du bist niemandem etwas schuldig. Und jetzt mach was draus. Das ist der Beginn von Lernen. Das ist der Beginn der Entdeckung deiner Freiheit.

    Denn die Freiheit der anderen ist immer auch deine Freiheit. Genauso wie das Gefängnis der anderen immer auch dein Gefängnis ist. Wenn du andere nicht mehr in das Gefängnis steckst, dass sie für dich sorgen müssen, befreist du nicht nur sie, sondern auch dich selbst. Du befreist sie von deinen Ansprüchen und du befreist dich von der Idee, abhängig zu sein. Erst in diesem Zustand kannst du dir echte Hilfe holen. Vorher ist alles ein Deal. Vorher ist alles eine Vermeidungsstrategie. Vorher ist alles der Versuch, nichts mehr lernen zu müssen.

    Die Idee von Sozialismus ist deine Selbstbeschränkung. Jeder denkt, diese Idee wäre zu seinem Besten. Tatsächlich ist sie gegen sich selbst gerichtet. Sie macht dich handlungsunfähig. Es ist der Versuch, in der Starre zu bleiben, in der Starrheit deines Traumas, das du nicht verlassen willst. Menschen, die mir diese Aussagen am liebsten verbieten würden, behaupten gleichzeitig, selbst in der Liebe zu sein. Sie würden auch alles großzügig mit anderen teilen. Doch sie haben gar nichts zu teilen. Denn sie haben sich nie entwickelt. Es bleibt also ein Lippenbekenntnis.

    Ich meine damit nicht, dass du materiellen Reichtum brauchst, bevor du teilen kannst. Aber wie viel Liebe und wie viel Fülle kann in dir sein, wenn du überzeugt bist, von anderen abhängig sein zu müssen? Und wie liebevoll ist es, von anderen zu verlangen, für dich zu sorgen? Geben und Empfangen bedingen sich gegenseitig. Und zwar nicht in dem Sinn: "Wie du mir, so ich dir." Sondern beides im Sinn einer Fähigkeit, die du bedingungslos üben musst.

    Und wenn du übst, dann lernst du. Und Lernen ist das Gegenteil von Sozialismus.