Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    StefanHiene
    • Audioquickies
    • Entbildung
    • Kryptogold
    • Goldesel
    • Kostenlos
    • Shop
    Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    StefanHiene
    Start
    AQ
    Anmelden
    Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    © 2026 Stefan Hiene
    ImpressumDatenschutzAGBKontaktKaffeeHilfe
    Alle Audioquickies
    17.6.2025AQ 2762
    »Wütende Menschen gibt es nur an der Oberfläche. Unter jeder Wut liegt Trauer.«
    0:006:48

    »Wütende Menschen gibt es nur an der Oberfläche. Unter jeder Wut liegt Trauer.«

    Wut ist ein Ausdruck von Traurigkeit. Durch Wut können wir das Gefühl von Traurigkeit sehr gut verdrängen. Durch diesen Mechanismus entsteht auch eines der größten Missverständnisse zwischen Männern und Frauen. Es gibt nicht wenige, die der Überzeugung sind, dass Männer berührbarer sein und mehr weinen müssten. Stattdessen sind sie wütend und schreien. Die Wut hat eine Ursache. Die kommt nicht einfach so. Sie hat ihre Ursache in unzähligen Verletzungen.

    Diese Verletzungen machen uns ängstlich und traurig. Man könnte auch sagen "verunsichert". Wir fühlen uns nicht mehr sicher. Das macht uns Angst. Und es ist traurig, dass wir uns nicht sicher fühlen und Angst haben. Die Traurigkeit ist unsere letzte Erinnerung. Unsere letzte Erinnerung daran, wie es einmal für uns war, wie wir einmal waren, wie wir waren, bevor wir verunsichert wurden: berührbar, verletzlich, einfühlsam und zutiefst in uns selbst ruhend. Wenn wir aus diesem Zustand herausgerissen werden, entstehen all die Gefühle wie Trauer, Angst, Unsicherheit und Wut.

    Wut scheint ja eine männliche Energie zu sein. Doch wenn die Frauen ehrlich sind, dann kennen sie die Wut auch ganz gut. Es ist nur eine Frage, in welcher Reihenfolge die Körperempfindungen aufeinandertreffen und wie wir dann reagieren: ob wir beginnen zu weinen oder ob wir beginnen zu schreien. Es gibt kein Gefühl, das besser ist oder richtiger. Es kann dir auch niemand sagen, was eine adäquate Reaktion wäre. Die meisten deiner Reaktionen sind unbewusst. Und deine Aufgabe besteht nicht darin, diese Reaktionen zu verändern. Denn etwas, das du nicht kennst und nicht wahrnimmst, kannst du gar nicht verändern.

    Deine Aufgabe besteht also im ersten Schritt darin, dir deine Reaktionen und die Abläufe in dir bewusst zu machen. Der Verstand denkt dann: "Okay! Und dann kommt der zweite Schritt. Dann verändere ich meine Programmierung, meine Reaktionen und meine Abläufe." Und das ist ein Witz. Denn dadurch entlarvt er sich und bekundet, dass er es noch nie versucht hat oder dass er nie dabei bleiben wollte. Denn wenn du das machst, wenn du dich beobachtest, dann wird der zweite Schritt überflüssig. "Es" verändert sich von selbst. Und wenn es sich nicht verändert, macht es nichts. Die Wut bleibt oder sie geht. Du schreist noch oder du schreist nicht mehr. Und mit der Trauer ist es genauso: Du bist traurig und musst weinen oder nicht.

    Trauer hat übrigens keinen moralisch höheren Wert als Wut. Wir können mit beiden Gefühlen nicht gut umgehen. Und zwar sowohl als diejenigen, die diese Gefühle fühlen, als auch als diejenigen, die diese Gefühle bei anderen mitbekommen. Wir wissen nicht, wie wir damit umgehen sollen. Denn selbst wenn wir diese Gefühle bei anderen beobachten, löst das wiederum Gefühle bei uns aus. Und entweder wollen wir dann beruhigen und trösten oder dagegen ankämpfen. Sowohl bei der Wut als auch bei der Traurigkeit.

    Wenn du also das nächste Mal einen wütenden Menschen siehst, dann kannst du dir klar machen, dass er traurig ist. Und wenn du einen traurigen Menschen siehst, dann weißt du, dass er auch wütend ist. Wenn du selbst emotional davon betroffen bist, wenn du andere Menschen beobachtest, ist das natürlich sehr schwer zu realisieren. Also bleibt dir wieder nur, das zu fühlen, was du fühlst, wenn du diese Menschen triffst.

    Es bringt auch nichts, diese Menschen zu belehren und ihnen zu sagen, dass sie eigentlich wütend sind oder dass sie tatsächlich traurig sind oder jetzt auch mal wütend werden können. Das sind die dummen Manipulationsversuche der spirituellen Szene. Und die gibt es nur, weil sie sich selbst nicht beobachten wollen.