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    14.6.2025AQ 2759
    »Ohne Vergleich gibt es keinen Stress.«
    0:006:58

    »Ohne Vergleich gibt es keinen Stress.«

    Um dich zu stressen, brauchst du immer einen Vergleich. Ohne Vergleich kannst du keinen Druck erzeugen. Jeder gedanklich erzeugte Stress setzt einen Vergleich voraus. Es gibt also eine Möglichkeit, dich zu entspannen, indem du nicht mehr vergleichst. Du darfst dich nicht mehr mit anderen vergleichen und du darfst dich selbst nicht mehr mit dir selbst vergleichen. Was vielleicht noch theoretisch klingt, ist extrem praktisch gemeint. Erinner dich einfach an die letzte Situation, in der du gestresst warst und suche dann den zugrundeliegenden Vergleich: Womit hast du dich in dieser Situation verglichen?

    "Andere können das besser als ich. Andere haben mehr Talent. Gestern habe ich das schneller geschafft. Andere sind fitter, gesünder oder reicher als ich. Ich könnte erfolgreicher sein. Ich müsste wissen, was ich will. Andere wissen es auch. Niemand entwickelt sich so langsam wie ich. Ich hätte früher beginnen können. Ich sollte das alleine schaffen. Andere schaffen das auch alleine. Endlich läuft es besser. Es läuft schon wieder schlechter. Den heutigen Tag habe ich im Vergleich zu gestern nicht gut genutzt."

    Alles, was du messen kannst und alles, was du einordnen kannst, sind Vergleiche. Ohne Vergleiche kannst du weder messen noch einordnen. Und deshalb kannst du dich ohne Vergleiche auch nicht bewerten. Wenn du dich nicht bewerten kannst, kannst du dich auch nicht stressen. Ohne Bewertung ist es so, wie es ist. Es ist weder positiv noch negativ. All das darfst du dir aber nicht vom Verstand aus einreden, denn dann ist es nicht echt. Es muss deine authentische Erfahrung sein. Du musst es für dich selbst realisieren.

    Es hat keinen Wert, wenn du es mir glaubst. Es hat keinen Wert, wenn du es auswendig lernst. Und es hat keinen Wert, wenn du so tust, als ob. Du musst dich selbst ertappen. Es muss dir auffallen, wenn du dich selbst mit diesen Vergleichen stresst. In dem Moment, in dem es dir auffällt, kannst du es auch sein lassen. Am Anfang gelingt das aber natürlich noch nicht und du kannst auch feststellen, dass du dir selbst etwas vormachen würdest, wenn du so tust, als ob.

    Lass es sich einfach langsam entwickeln. Erkenne, wenn du gestresst bist und finde den Vergleich. Auch der Gedanke "Ich sollte jetzt gerade etwas anderes tun" ist übrigens ein Vergleich. "Ich arbeite zu lang. Ich habe zu wenig Urlaub. Ich verdiene zu wenig. Andere nutzen ihre Zeit besser. Andere sind weiter als ich. Auch ich sollte bereits weiter sein. Ich könnte so viel besser sein."

    Es gibt bei dieser Übung eine zweite Gefahr. Die erste ist ja, dass du so tust, als ob. Das bedeutet, dass du es nur mental machst. Die zweite Gefahr ist, dass du das als Ausrede für Lethargie benutzt. So ist es nicht gemeint. Du musst deine Leistung nicht mit anderen vergleichen, um Spaß an Leistung zu haben. Du kannst einfach genießen, was du tust. Du kannst es sogar schnell und ordentlich machen, aber du musst dich dabei nicht stressen und unter Druck setzen. Du kannst es für dich und aus eigenem Antrieb machen. Und du kannst sowohl Geschwindigkeit als auch Langsamkeit genießen.

    Verrückterweise könntest du sogar deine Geschwindigkeit vergleichen, wenn du dich mit diesem Vergleich nicht stressen würdest. Und genau das ist der Unterschied zwischen einem programmierten Verstand, der jeden Vergleich nutzt, um dich zu stressen und einem befreiten Geist. Vielleicht verstehst du jetzt auch, warum die Ideale, die in der spirituellen Szene vertreten werden, nicht der Wahrheit entsprechen?

    Wenn dein Geist befreit ist, dann kannst du vergleichen, dann kannst du sogar bewerten. Denn es geschieht in Freiheit und es bekommt dadurch eine vollkommen andere Qualität. Es ist überhaupt nicht das Ziel, dass sich alles auflöst. Es ist viel eher das Ziel zu erkennen, dass ein und dieselbe Situation in verschiedenen Qualitäten erlebt werden kann. Und jede starre, rigide Verhaltensregel oder Anweisung ist dabei nicht hilfreich.

    Entwicklung braucht viel Raum und viel Freiheit und in Freiheit gibt es keinen Stress.