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    13.6.2025AQ 2758
    »Wir wollen beim Langsamwerden schnell sein.«
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    »Wir wollen beim Langsamwerden schnell sein.«

    Unser Verstand hat immer noch einen extra Stress und damit eigentlich einen extra Witz auf Lager. Wenn er meint, herausgefunden zu haben, dass es in der Spiritualität darum geht, etwas langsam zu machen, dann will er das möglichst schnell erreichen. Das endet entweder in jeder Menge Stress oder in vollkommen übertriebener Langsamkeit. Diese Langsamkeit fühlt sich dann auch nicht echt an, weil sie nicht authentisch gelebt ist.

    Unser Verstand versucht sich einfach an Vorbildern zu orientieren und er meint, wenn er das Verhalten anderer imitiert, dass er dann das erleben würde, was sie erleben. Selbstverständlich ist das niemals der Fall. Nur weil du langsam wirst, bedeutet es nicht, dass es in dir deshalb ruhig wird. Und nur weil es in dir ruhig ist, bedeutet es nicht, dass du alles langsam machen musst. Und wo steht eigentlich, dass du nicht hektisch sein darfst, wenn du spirituell sein willst?

    Der einzige Grund, warum Langsamkeit ein Mittel zum Zweck sein kann, liegt darin, dass wir überwiegend hektisch sind. Und während wir hektisch sind, können wir ja trotzdem nicht entspannen. Denn eigentlich müsste es so sein: Unser Verstand treibt uns an, er sagt uns, dass wir etwas unfassbar schnell machen müssen. Dann machen wir es schnell und dann ist er zufrieden. Verrückterweise kann ich mit dir wetten, dass du das noch nie erlebt hast! Langsam zu werden ist also nur ein Mittel zum Zweck, um herauszufinden, wann dein Verstand zufrieden ist oder ob er jemals zufrieden ist. Falls du herausfindest, dass er niemals zufrieden ist, musst du es ihm nie wieder recht machen.

    Und nur darum geht es, wenn du langsam wirst. Dein Verstand treibt dich an und du versuchst beides: Du wirst ihm gerecht. Du machst schnell und du beobachtest ihn, ob er zufrieden ist oder was er dir die ganze Zeit erzählt. Und dann machst du langsam und beobachtest auch, wie er sich verhält, was er dazu sagt. Das ist also nur eine Herausforderung für deinen Verstand, um ihn zu entlarven. Tatsächlich hast du ihn ja die ganze Zeit schon entlarvt, denn du hast es ihm recht gemacht. Du hast dich beeilt. Du hast dich von ihm stressen lassen und du hast es so schnell wie möglich gemacht. Er war trotzdem nicht zufrieden.

    Den anderen Test haben die meisten nie gemacht: Wir trauen es uns nicht, extra langsam zu sein. Und wenn wir dann langsam sind und es fällt uns etwas auf, dann meinen wir, die Langsamkeit wäre der Grund dafür. Tatsächlich ist der Grund dafür ein anderer: Es fällt uns auf, weil wir es das erste Mal anders machen. Und dabei fällt uns auch das auf, was wir vorher gemacht haben. Wenn wir es absichtlich langsam machen, dann merken wir, dass der Verstand aufdreht und uns dafür verurteilt. Und nur deshalb kann uns auffallen, dass er uns ja auch verurteilt hat, als wir schnell waren.

    Es geht also gar nicht um die Methode oder eine bestimmte Art der Übung. Es geht darum, etwas anders zu machen. Dadurch, dass du etwas anders machst, kann dir auffallen, wie es vorher war. Denn an das vorher hast du dich so sehr gewöhnt, dass du gar nichts anderes mehr kennst. Du hast es für vollkommen normal gehalten und dadurch, dass du es immer gleich gemacht hast, gab es keinen Kontrast. Aber nur der Kontrast macht Dinge deutlich. Ohne Kontrast gibt es keine Erkenntnis.

    Deshalb kann jede Übung spirituell sein, die für Kontrast sorgt und dich dadurch etwas anderes erleben lässt. Statt dir also vorzunehmen, schnell langsam zu werden, könntest du dir auch das Ziel setzen, möglichst langsam schnell zu werden. Das Wichtigste dabei ist, dass diese Worte keine Philosophie sein dürfen. Du darfst sie nicht nur hören und denken, du musst es auch machen. Und da viele Menschen gestresst sind, bietet sich die folgende Übung als Kontrast an:

    Jedes Mal, wenn dich dein Verstand stresst, dass du etwas schnell machen sollst: Mach es absichtlich langsam und werde im Lauf der Zeit immer langsamer dabei.