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    11.6.2025AQ 2756
    »Der absurdeste aller Wünsche: spiritueller Lehrer sein zu wollen.«
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    »Der absurdeste aller Wünsche: spiritueller Lehrer sein zu wollen.«

    Jeder Wunsch, mit Spiritualität Geld verdienen zu wollen, ist absurd. Nicht weil es nicht möglich ist, sondern weil der Wunsch absurd ist. Einerseits bist du spirituell, andererseits wünschst du dir, dass es anders sein sollte, als es ist.

    Ganz egal, was du im spirituellen Bereich machen möchtest: Solange du es dir wünschst, ist es absurd. Entweder du tust es oder du tust es nicht. Und solange du es nicht tust, könntest du einfach üben, das zu tun, was jetzt hier ist. Es ist irre, sich etwas anderes zu wünschen. Einerseits willst du weg von dem, wie es alle machen. Entweder weil es bei dir nicht funktioniert hat oder weil es dich nicht befriedigt. Andererseits willst du es sich nicht von alleine entwickeln lassen.

    Wenn wir etwas unbedingt wollen, entwickeln wir eine mentale Fixierung, die alles andere verunmöglicht. Es gibt ein superschönes Zitat von Hermann Hesse aus Siddhartha dazu:

    "Wenn jemand sucht, dann geschieht es leicht, dass sein Geist nur noch das Ding sieht, das er sucht — dass er nichts zu finden, nichts in sich einzulassen vermag, weil er immer nur an das Gesuchte denkt, weil er ein Ziel hat, weil er vom Ziel besessen ist. Suchen heißt: ein Ziel haben. Finden aber heißt: frei sein, offen stehen, kein Ziel haben."

    Wenn du ein Ziel hast, dann verlierst du deine Offenheit. Vor allem aber weißt du nicht, ob das Ziel, das du hast, das richtige ist. Du hast nie ehrlich untersucht, woher dieses Ziel kommt. Du weißt nur: Du willst etwas. Du hättest gerne, dass es so ist. Ich bin 40 Jahre so durch mein Leben gegangen und ich habe die Absurdität erkannt. Deshalb sind die Wünsche von mir gefallen und ich wurde frei, um zu finden, statt zu suchen.

    Finden ist überhaupt kein spektakulärer Akt. Es ist im Gegenteil extrem einfach. Es ist sogar vollkommen natürlich. Es ist nur so, dass zwischen dir und dem Finden ein Widerstand steht. Dieser Widerstand äußert sich in Wünschen. Finden ist extrem einfach. Du schaust einfach, was jetzt bereits hier ist. Sobald du es erkannt hast, was jetzt hier ist, hast du es gefunden. Ansonsten verschiebst du deine Suche immer in die Zukunft. Du identifizierst dich als Suchender, der irgendwann irgendetwas findet.

    Bei den Manifestationsübungen heißt es immer, dass du möglichst konkret sein sollst. Ich verrate dir jetzt ein Geheimnis, das gar keines ist: Konkreter als hier und jetzt wird es nie werden. Doch vor diesem Hier und Jetzt laufen wir davon. Und das machen selbst diejenigen, die vom Hier und Jetzt sprechen. Wenn wir vom Hier und Jetzt davonlaufen, müssen wir suchen. Und deshalb finden wir nicht. Es geht immer nur darum, herauszufinden, wie es jetzt bereits ist. Wenn du das wahrnehmen kannst, hast du alles gefunden, was du jemals finden kannst.

    Dann ergibt sich dein Weg von ganz alleine. Es interessiert dich dann nicht mehr, ob du spiritueller Lehrer bist, ob du überhaupt irgendwas im spirituellen Bereich machst oder ob du etwas tust, was niemand als spirituell einschätzen würde. Doch du lebst es spirituell, weil du findest, was jetzt hier ist. Währenddessen kannst du alles tun und alles sein lassen. Es ist egal, ob deine Wünsche in Erfüllung gehen. Meistens ist es besser, wenn sie nicht in Erfüllung gehen. Nur so wird dir ihre Absurdität klar.

    Wenn du dir wünschst, dass andere dich erkennen oder dass sie dich als Lehrer anerkennen, dann sind das absurde Wünsche. Sie helfen dir nicht. Sie stehen dir im Weg. Sie schicken dich auf eine endlose Spirale der Suche. Freiheit findest du dort garantiert keine.