»Der Krieg in den Köpfen ist nicht der Krieg selbst, sondern die Vorbereitung auf den Krieg.«
Staatlich organisierter Krieg ist selten ein spontaner Kampf. Ein spontaner Kampf muss und kann nicht vorbereitet werden. Es ist ein schlagartiger Ausbruch von Gewalt. Dieser Ausbruch kann nicht gesteuert werden.
Wir alle kennen das beim Streit. Der Streit ist nicht vorbereitet. Ein Gedanke ergibt den anderen, ein Wort ergibt das andere und eine Tat ergibt die andere. Das ist nicht geplant und kann deshalb auch nicht kanalisiert werden. Es kann also nicht für fremde Zwecke genutzt oder missbraucht werden. Und oft ist es so schnell wieder weg, wie es gekommen ist.
Staatlicher Krieg braucht eine Vorbereitung, damit der Gewaltausbruch gezielt gesteuert werden kann. Diese Vorbereitung ist immer psychologisch. Und die wichtigste psychologische Vorbereitung ist die Entmenschlichung des Gegners. Diese Entmenschlichung des Gegners muss vorbereitet werden. Das geht nicht von heute auf morgen. So wie es aktuell läuft, nimmt man sich alle Zeit der Welt für die psychologische Vorbereitung.
Es ist dabei unerheblich, ob das absichtlich oder unabsichtlich beziehungsweise bewusst oder unbewusst geschieht. Alles, was geschieht und alles, was kommuniziert wird, ist nicht echt. Selbst dann nicht, wenn diejenigen, die es kommunizieren, daran glauben. Es ist alles Psychologie. Es ist die Vorbereitung des Krieges durch den Krieg in den Köpfen der Menschen und durch die Zustimmung der Menschen für den Krieg.
Das muss vorbereitet werden, da wir nicht auf Krieg aus sind. Wir können schon kurzzeitig durchdrehen. Das schafft jeder von uns. Aber ein konstant hohes Erregungslevel zu halten, selbst wenn es nur subtil ist, benötigt ständige äußere Einflüsse. Wir müssen mit schlimmen Nachrichten und Hiobsbotschaften aller Art gefüttert werden, bis es so tief in uns eingesunken ist, dass die Zustimmung zum Krieg ein Reflex ist.
Und deshalb ist das alles ein Schauspiel, auch wenn sich die Schauspieler überhaupt nicht bewusst sind, dass sie ein Theaterstück inszenieren. Der Fokus der meisten Menschen liegt typischerweise und fälschlicherweise auf den Schauspielern. Und wenn nicht, dann liegt er auf den anderen Menschen im Publikum. Und sie fragen sich, ob die Schauspieler wissen, was sie da veranstalten und wann es das Publikum endlich versteht, dass sie alle im Theater sitzen. Beides ist der falsche Fokus. Jeder müsste den Fokus auf sich selbst legen. Dann wird es sehr einfach.
Du erkennst, dass Schauspieler auf der Bühne stehen, du erkennst, dass Zuschauer im Publikum sitzen und du erkennst, dass das Ganze ein Theater ist. Dann hast du die Wahl: Du kannst sitzen bleiben, während du weißt, dass alles nicht echt ist. Du kannst vielleicht sogar die schauspielerische Leistung bewundern. Vielleicht begeistert dich aber auch das Drehbuch oder das Bühnenbild? Es ist richtig gut gemacht. Zumindest so gut, dass es den meisten nicht auffällt. Statt überheblich zu sein und dich über diejenigen lustig zu machen, die darauf hereinfallen, kannst du dir vielleicht Bereiche in deinem Leben vorstellen, in denen du auch noch auf ein Schauspiel hereinfällst.
Wenn du das Schauspiel wirklich durchschaust, dann ist da kein Leid mehr. Dann verzweifelst du nicht an der Welt und an diesem Theaterstück. Denn du hast es ja erkannt! Solange du verzweifelst, hast du es noch nicht komplett durchschaut. Dann bist du noch auf der mentalen Ebene gefangen, die zumindest einen Teil des Theaterstücks für echt hält. Es ist nicht echt. Jeder spielt seine Rolle so gut er kann. Und die allermeisten sind vollkommen überzeugt, dass ihre Rolle keine ist und dass er auf der richtigen Seite steht. Sie nehmen ihren Job alle verdammt ernst, ohne zu wissen, dass ihr Job Schauspieler ist.
Wenn du das Schauspiel durchschauen willst, dann beobachte in allererster Linie dich und deine Reaktion auf das Schauspiel. Sobald du mitbekommst, wie du reagierst und das bewusst erleben kannst, wird das Schauspiel weniger echt. Es verliert sein Drama und seine Ernsthaftigkeit. Das musst du aber wollen. Dafür musst du wirklich bereit sein. Du musst bereit sein, deinen Verstand von allem Überflüssigen zu befreien, damit du ihn wieder sinnvoll nutzen kannst.
Und was dann zum Vorschein kommt, ist nicht das, was als "Verstand" bezeichnet wird. Die meisten sagen "Intuition" dazu.