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    31.5.2025AQ 2745
    »Derjenige Teil in dir, der viel Geld haben möchte, ist der Teil, der im Mangel lebt.«
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    »Derjenige Teil in dir, der viel Geld haben möchte, ist der Teil, der im Mangel lebt.«

    Der Teil, der im Mangel lebt, ist nicht echt. Und deshalb ist auch derjenige Teil nicht echt, der gierig ist. Es ist nur eine Reaktion auf ein falsches Selbst. Du lebst nicht im Mangel, du hast noch nie im Mangel gelebt und du wirst nie im Mangel leben. Du kannst dir Mangel aber einbilden, Mangel kann programmiert sein und du kannst Mangel fühlen. Es bleibt trotzdem ein falsches Selbst. Also eine Identifikation mit einer Unwahrheit. In dieser Identifikation sind unzählige Lügen verborgen.

    Die kannst du dir alle anschauen. Und zwar ganz einfach dadurch, dass du jeden Gedanken, der auf die Idee, du würdest im Mangel leben, folgt, genauestens beobachtest. Wir interpretieren Fülle als etwas Schönes und im Gegensatz zu unserer tatsächlichen Erfahrung. So erzeugen wir eine Distanz zwischen uns und unserer Erfahrung. Sowohl unsere Gedanken von Mangel als auch unsere Gedanken über Fülle sind ausgedacht. Sie sind nicht echt. Wenn du sie bewusst beobachten würdest, würde dir auffallen, dass sie tatsächlich ein Witz sind. Doch genau dazu will dich niemand auffordern.

    Es ist so viel einfacher, deine Gier zu bestätigen, ohne dass du jemals diese Gier untersuchen musst. Deine Gier ist eine Reaktion auf einen falschen Mangelgedanken. Und dazu sagt man dir: "Du musst es dir wert sein. Du solltest an deinem Selbstwert arbeiten." Wenn schon, dann ist die einfachste Arbeit an deinem Selbstwert die Aufdeckung der falschen Mangelgedanken. Durch die Befriedigung deiner Gier kommst du aus den Mangelgedanken nicht heraus. Aber irgendwie hört es sich doch so schön an, dass du mehr verdient hast, dass du wertvoll bist und alles haben kannst, was du willst. Und da spricht auch tatsächlich überhaupt nichts dagegen. Doch keiner merkt, dass diese Sätze auf dein Ego einzahlen.

    Dein Ego ist dein falsches Selbst. Es sind die Lügen, die du dir selbst über dich erzählst. Du lebst nicht im Mangel, weil ein Leben im Mangel nicht stattfinden kann. Leben ist der höchstmögliche Ausdruck von Fülle. Und in diesem Ausdruck kannst du dir einbilden, du würdest im Mangel leben. Selbst das ist Ausdruck von Fülle: dass du dir einbilden kannst und darfst, du würdest im Mangel leben. Du lebst niemals im Mangel, du lebst in bestimmten Umständen. Von manchen Dingen gibt es viel, von anderen wenig. Und es hat mit deinem Fokus zu tun, wo du hinschaust und was du siehst. Du kannst dich mit 1.000 Euro im Monat reich fühlen oder arm.

    Du weißt ja, dass ich kein Freund von Relativismus und Schönreden bin. Und ich möchte dir auch keinen künstlichen Optimismus einreden. Trotzdem kann ich in den meisten Situationen meines Lebens erkennen, dass die Umstände relativ sind. Es hängt davon ab, womit ich sie vergleiche. Und es hängt davon ab, was ich mir wünsche. Und wir vergleichen unsere Umstände eben immer mit unseren Wünschen. Und das ohne zu verstehen, dass unsere Wünsche den Vergleichen mit unserer Situation entspringen.

    Wir relativieren also tatsächlich die ganze Zeit, weil wir vergleichen. Wir wollen unser Leben nicht absolut in unserer Körperempfindung erleben. Wir wollen darüber nachdenken, dass es andere gibt, die mehr haben. Doch genauso kannst du natürlich denken, dass es andere gibt, die viel weniger haben. Würdest du die Vergleiche, also den Relativismus komplett weglassen, wäre dein Leben absolut. Du könntest überhaupt nichts mehr über dein Leben sagen, denn du kannst es weder mit anderen noch mit dir vergleichen.

    Viele spirituelle Lehrer sagen deshalb: "Es ist, wie es ist." Und in dem, wie es ist, wollen wir nie ankommen. Alles, was du dir im Bereich von Fülle vorstellen kannst, Beliebtheit, Erfolg, Ruhm, ist für sich selbst genommen überhaupt nicht schön. Du interpretierst es als schön im Widerstand zu deiner erlebten Realität.

    Schön ist nicht das, was wir uns wünschen. Schön ist das, was wir tun.