Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    StefanHiene
    • Audioquickies
    • Entbildung
    • Kryptogold
    • Goldesel
    • Kostenlos
    • Shop
    Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    StefanHiene
    Start
    AQ
    Anmelden
    Stefan Hiene LogoStefan Hiene Logo
    © 2026 Stefan Hiene
    ImpressumDatenschutzAGBKontaktKaffeeHilfe
    Alle Audioquickies
    21.5.2025AQ 2735
    »Wenn wir uns fürchten, werden wir religiös und beginnen zu glauben.«
    0:007:12

    »Wenn wir uns fürchten, werden wir religiös und beginnen zu glauben.«

    Angst und Furcht sind Kontrollmechanismen. Wenn wir uns fürchten, werden wir empfänglich für jede Art von Glauben. Glaube bedeutet in diesem Zusammenhang, von etwas überzeugt zu sein, was wir nicht selbst erfahren haben. Etwas, das du erfahren hast, musst du nicht mehr glauben. Du musst noch nicht einmal davon überzeugt sein. Dein Glaube oder deine Überzeugung verändert nichts an deiner Erfahrung.

    Das meinen wir nur deshalb, weil wir so selten bewusst erfahren. Etwas, das du erfahren hast, musst du nicht verteidigen. Du kannst es sogar gar nicht verteidigen, denn es gibt nichts zu verteidigen. Es ist deine Erfahrung. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, warum du deine Erfahrung verteidigen möchtest. Die eine Möglichkeit ist Dummheit. Die zweite Möglichkeit ist: Du warst gar nicht anwesend.

    Die Sache mit der Dummheit kannst du aus zwei Perspektiven sehen: Wenn du einem Menschen gegenüber deine Erfahrung verteidigen möchtest, bedeutet es, dass er deine Erfahrung in Frage stellt. Wenn du dich jetzt verteidigst, stellt sich die Frage: Wer von beiden ist dümmer? Der, der deine Erfahrung anzweifelt, obwohl es deine Erfahrung ist? Oder du, der mit einem Dummen diskutiert? Er ist nicht dumm, weil er unintelligent ist. Er ist dumm, weil er überhaupt nicht versteht, was eine Erfahrung ist.

    Es gibt aber auch eine Möglichkeit, dass du von dir aus der Dumme bist in diesem Szenario. Und zwar dann, wenn du von deiner Erfahrung berichtest und von ihm erwartest, dass er die gleiche Erfahrung macht oder dass er es zumindest ausprobiert, weil du eine Erfahrung gemacht hast. So sind Erfahrungen nicht gedacht. Erfahrungen sind dazu da, um zu inspirieren und andere in ihrer Entscheidung vollkommen frei zu lassen. Niemand kann die gleiche Erfahrung wie du machen. Und das ist wirklich gut so!

    Die andere Möglichkeit, warum du andere von deiner Erfahrung überzeugen möchtest, ist, dass du selbst gar nicht anwesend warst während deiner Erfahrung. Das bedeutet, dass du selbst noch daran glauben musst, um es wahrhaben zu können. Wärst du präsent gewesen, gäbe es keine Notwendigkeit von Glauben oder Überzeugung. Es gibt das, was du erlebt hast und es gibt das, was du oder andere dort hineininterpretieren. Und zwischen der Erfahrung, also deinem tatsächlichen Erleben und der Interpretation durch dich oder andere liegen Welten.

    Die meisten Menschen interpretieren. Sie wenden auswendig Gelerntes auf die Erfahrung des anderen an. So kommt es auch zu all den spirituellen Schlussfolgerungen, die wir so gut kennen und so gut drauf haben. Wir wissen dann, was das Universum, das Leben oder Gott will. Und wir haben eine tolle Erklärung, warum es für den anderen gerade so ist: "Er hat sich das für dieses Leben vorgenommen!" Und dabei merken wir nicht, dass wir die ganze Zeit nur quatschen.

    Zurück zu "Angst und Furcht als Kontrollmechanismus": Jede Religion verwendet Gottesfurcht. Und zwar immer vor jeder Erfahrung. Da liegt der Fehler. Es ist ein Riesenunterschied, ob du gottesfürchtig bist, weil du es erlebt hast, oder ob du gottesfürchtig bist, weil du musst und sonst ausgeschlossen wirst. Damit Angst als Kontrollmechanismus eingesetzt werden kann, genügt subtile Angst. Subtile Furcht ist sogar besser als offensichtliche Furcht, weil dann der zugrundeliegende Mechanismus nicht auffällt: Die gesamte Welt wird über Angst gesteuert.

    Wen diese Wahrheit nicht befreit, der lebt noch in der Angst. Byron Katie hat dazu geschrieben: "Bis du nicht auf alle Bereiche deines Lebens ohne Angst blicken kannst, ist deine Arbeit nicht getan." Bis dahin schau genau hin: Wie lässt du dich über Angst steuern? Beziehungsweise wie steuerst du dich selbst über Angst? Solange du dich selbst über Angst steuerst oder steuern lässt, musst du glauben.

    Erst dann, wenn du keine Angst mehr hast, kannst du deine Erfahrung wirklich erleben. Du trittst ein in den Bereich des absoluten Wissens. Nicht deshalb, weil deine Erfahrung die absolute Wahrheit ist, sondern weil du für dich die absolute Wahrheit des Lebens erfährst: die unmittelbare Erfahrung selbst. Die kann für jeden anders sein und auch für dich verändert sie sich. In ihrer Essenz bleibt sie immer das Gleiche: frei von Angst und deshalb frei von Glauben.