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    16.5.2025AQ 2730
    »Ganz egal, wie viel du machst: Du machst immer mehr nicht, als du jemals machen kannst.«
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    »Ganz egal, wie viel du machst: Du machst immer mehr nicht, als du jemals machen kannst.«

    So viel, wie es potenziell zu tun gibt, oder schlimmer noch, wie du dir vorstellen kannst, tun zu wollen, kannst du niemals tun. Dein Verstand überfordert dich gnadenlos. Wer etwas anderes behauptet, hat ihn noch nie beobachtet. Er macht einen auf cool und lässig und ignoriert dabei die Anspannung in dir. Er tut so, als wärst du locker, aber du bist es nicht. Du bist es nur nach außen gerichtet. In dir sieht es tatsächlich ganz anders aus. Und mit all den vielen Dingen, die du tun könntest, kann dich dein Verstand wunderbar unter Druck setzen. Er macht dir die ganze Zeit Angst, du könntest etwas verpassen. Und er ist sich auch absolut sicher, dass du ständig unfassbar viel verpasst.

    Und das stimmt ja sogar. Er hat ja sogar Recht. Du kannst dich ja tatsächlich immer nur auf eine Sache konzentrieren. Und diese eine Sache versaut er dir, indem er dir sagt, dass es noch so viele andere Möglichkeiten gäbe. Und damit setzt er dich unter Druck. Mit einer ganz einfachen Wahrheit. Du müsstest einfach nur zustimmen können und antworten: "Ja, das stimmt. Ich kann nur eine Sache machen und ich verpasse unendlich viele andere Dinge." Mach das mal und warte darauf, wie er durchdreht. Es geht nämlich gar nicht um die Fakten. Die liegen auf dem Tisch. Es geht darum, dass du Druck in dir fühlst.

    Das Spiel wird also nicht dadurch beendet, dass du die Fakten änderst. Das Spiel ist dann zu Ende, wenn du bereit bist, jeden Druck zu fühlen. Solange du nicht bereit bist, jeden Druck zu fühlen, erfüllst du die Anforderungen deines Verstandes, die Anforderungen von anderen Verständen und versuchst die ganze Zeit, irgendwelche Rollen zu spielen. Jede Rolle, die wir spielen, spielen wir immer nur, um keinen Druck aufkommen zu lassen oder um dem Druck auszuweichen.

    Der Druck kommt nicht durch Fakten. Die sind für alle ähnlich oder sogar gleich. Es ist ein Fakt, dass sich Menschen nur auf eine Sache konzentrieren können. Zumindest, wenn sie es richtig machen wollen im Sinn von: Vollkommen das erleben, was sie jetzt gerade tun. Diese Idee von Multitasking beinhaltet schon wieder Druck: Etwas oder mehrere Dinge schneller abarbeiten, weil man parallel daran arbeitet. Warum solltest du das tun wollen? Das machst du nur deshalb, weil du dich stresst, weil du Druck fühlst und weil du diesen Druck nicht fühlen willst. Warum eigentlich nicht? In dem Moment, in dem du bereit bist, diesen Druck zu fühlen, fällt er von dir ab. Dann kannst du den Wahnsinn erkennen. Du kannst sehen, dass es gar nichts bringt, wenn du hektisch bist. Dann machst du mehr Fehler. Du kannst den Prozess nicht genießen.

    Ich habe mein Leben lang versucht, erfolgreich zu sein, indem ich mehr arbeite und schneller arbeite. Tatsächlich und vor allem gefühlt erfolgreich wurde ich, als ich alles langsamer gemacht habe. Dadurch ging es plötzlich schneller. Das scheint ein Widerspruch zu sein, aber es ist mein Erleben. Es ist kein esoterisches Möchtegern, denn es war das Härteste, was ich tun konnte. Es hat sich eben nicht spirituell oder irgendwie anders schön angefühlt. In mir hat es getobt und ich hatte dabei vor allem kein Netz und keinen doppelten Boden. Dadurch hat es noch mehr getobt.

    Du darfst dich dabei auf niemand verlassen und du musst bereit sein, vollkommen zu scheitern. Denn du wirst scheitern. Auf jeden Fall und als Allererstes in den Augen der anderen. Und weil du den anderen so sehr glaubst, schlussendlich auch in deinen eigenen Augen. Dein Verstand wird dich weiterhin versuchen anzutreiben und du hast die wunderbare Aufgabe, ihm zu widerstehen. Das heißt nicht, dass du nichts mehr tun darfst, aber du darfst dich nicht mehr unter Druck setzen lassen. Und das geht nur, wenn du bereit bist, den Druck zu fühlen, der in dir ausgelöst wird, wenn dein Verstand mit Hiobsbotschaften und düstersten Zukunftsaussichten auf dich zukommt.

    Lass ihn reden. Lass ihn Druck machen. Du weißt ja jetzt, dass du niemals so viel tun könntest, dass der Eindruck entsteht: Du würdest nichts verpassen. Du verpasst die ganze Zeit Milliarden und Abermilliarden Möglichkeiten.

    Die Welt der Möglichkeiten ist die Welt des Verstandes. Das Gegenteil davon ist dieser Moment. Und das nennt man "Spiritualität".