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    13.5.2025AQ 2727
    »Ohnmacht ist im doppelten Sinn ein guter Lehrer.«
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    »Ohnmacht ist im doppelten Sinn ein guter Lehrer.«

    Ohnmacht gibt es ja in zwei Formen: einmal die Bewusstlosigkeit und einmal das Gefühl von Ohnmacht. Also das Gefühl oder der Eindruck, nichts gegen das machen zu können, was jetzt gerade hier ist.

    Falls sich bei dir Bewusstlosigkeit ankündigt, dann fühlst du dich erst ohnmächtig und dann bist du es. Bevor du bewusstlos wirst, kannst du vor der Bewusstlosigkeit noch Angst haben und dich ohnmächtig fühlen. Wenn du dann bewusstlos bist, fühlst du keine Ohnmacht mehr. Solange die Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit nicht hier ist, kannst du so tun, als wärst du ohnmächtig und als könntest du vor einem noch ohnmächtigeren Zustand Angst und Panik haben. Sobald sie wirklich hier ist, bekommst du ihre Anwesenheit gar nicht mit.

    Das sind also zwei vollkommen unterschiedliche Zustände von Ohnmacht. Ohnmacht in Form von Bewusstlosigkeit ist eine Abwesenheit. Nicht die Abwesenheit von dir, sondern die Abwesenheit von allem, was zwischen dir und dem steht, was du bist. Ohnmachtsgefühle sind eine Anwesenheit und sogar eine verstärkte Anwesenheit von dem, was du nicht bist: Gedanken, Körperempfindungen, automatisierte Handlungen und andere Programmierungen. Wir bezeichnen also mit dem gleichen Begriff zwei sich konträr gegenüberstehende Zustände. Gegen den einen kannst du überhaupt nichts machen.

    Falls du schon einmal ohnmächtig geworden bist, weißt du, dass du dich dagegen nicht wehren kannst. Meistens geht es auch so schnell, dass du überhaupt nicht mehr reagieren kannst. Du kannst vielleicht noch kurz Angst bekommen und dann kriegst du schon nichts mehr mit. Im gegenteiligen Zustand mit Ohnmachtsgefühlen machst du sehr viel. Du denkst zum Beispiel darüber nach oder deine Gedanken steigern sich in eine Spirale, die Gefühle von Angst in deinem Körper auslöst. Und du bist nicht bereit, diese Körperempfindungen wahrzunehmen. Du bist im Widerstand zu der Situation, wie sie tatsächlich ist. Bei der Bewusstlosigkeit ist jeder Widerstand zwecklos und auch einfach weggefallen.

    Kaum jemand will sich mit Ohnmacht konfrontieren. Uns wurde beigebracht, dass wir Ohnmacht vermeiden müssen und aktiv gegen sie vorgehen sollten. Wir dürfen uns auf gar keinen Fall der Ohnmacht hingeben, denn das wäre ja Selbstaufgabe. Tatsächlich ist es das Gegenteil: Es ist Selbstfindung. Dein Selbst hat nämlich keine Idee davon, wie es sein sollte. Dein Selbst will nicht manifestieren, denn dein Selbst ist die Hingabe selbst. Es ist die Essenz von Hingabe: An dieses Leben hingegeben. Nichts verdrängen müssen und alles erfahren können, was du erlebst.

    Jede gefühlte Ohnmacht ist eine Möglichkeit für Hingabe. Jede tatsächliche Ohnmacht ist Hingabe.