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    11.5.2025AQ 2725
    »Eine Verschwörung braucht keine Mitwisser, nur genügend Speichellecker, die sich einen Vorteil durch Gehorsam erhoffen.«
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    »Eine Verschwörung braucht keine Mitwisser, nur genügend Speichellecker, die sich einen Vorteil durch Gehorsam erhoffen.«

    Viele Menschen, die meinen, das Spiel zu durchschauen, durchschauen immer noch nicht das komplette Spiel. Um das komplette Spiel wirklich zu verstehen, musst du als Allererstes dich selbst verstehen und nicht auf ein Podest stellen, aber auch nicht unterordnen. Du musst herausfinden, wie deine eigenen Mechanismen funktionieren oder funktionieren könnten, wie du unter den richtigen falschen Umständen auch sein könntest. Es ist immer einfach, sich abzugrenzen, indem man behauptet: "Das könnte ich nie tun." Die Wahrheit ist: Du könntest es jetzt unter diesen Umständen nicht tun. Doch unter anderen Umständen könntest du es tun.

    Der Verstand spricht dabei gerne über die Extremfälle. Er versteht nicht, dass die alltägliche Anpassung viel größere Auswirkungen hat. Wir sind nicht als Mitläufer auf die Welt gekommen, aber wir wurden dazu gemacht und zu einem gewissen Teil hat jeder von uns mitgemacht und macht jeder von uns mit. Das liegt nicht daran, dass wir böse Menschen sind. Es liegt daran, dass wir versuchen herauszufinden, wie wir das Ganze hier meistern können. Wir müssen noch nicht einmal versuchen, uns einen Vorteil zu verschaffen. Es genügt, wenn wir versuchen, irgendwie mitzuhalten. Dieser klitzekleine Versuch macht uns bereits anfällig. Anfällig für Hörigkeit, anfällig für Mitläufertum und anfällig für Opportunismus.

    Es ist auch nicht in allen Fällen das Schlechteste. Es gibt Situationen, da geht es nicht anders. Zumindest können wir es nicht anders sehen. Hinterher sind wir dann oft schlauer. Das ist Teil unseres Lernens. Wenn wir uns aber in ein System begeben, in dem nichts anderes außer dieser Anpassung zählt, dann verraten wir uns selbst. Wir ordnen alles dem Zweck unseres eigenen Vorankommens unter. Das Ergebnis kannst du in Politik und Wirtschaft sehr gut beobachten.

    Dort laufen nur noch Programme: Von Marketing über Public Relations und Agenda Setting ist alles dabei, was der englische Sprachgebrauch hergibt. In diesen Kreisen spricht niemand mehr, ohne dass es für ihn vorbereitet wurde. Hinter allem steckt eine Strategie und es wird versucht, nichts dem Zufall zu überlassen. Man beabsichtigt immer eine ganz bestimmte Wirkung und passt seine Stilmittel entsprechend an. Es soll ein ganz bestimmter Eindruck erzeugt werden und man kann wirklich nicht mehr unterscheiden, ob man das selbst will oder ob man es nur macht, weil man sich einmal dafür entschieden hat, sich anzupassen, um irgendwie durchzukommen.

    Und während du jetzt in den letzten Sätzen an Politiker oder Manager gedacht hast, habe ich eine Idee für dich: Hör dir die letzten Sätze noch einmal an und denk dabei an dich. Erkenne den Anteil, der auch in dir ist. Du machst das sehr wahrscheinlich nicht im Großen, sondern im Kleinen.

    Die Größe der Bühne spielt aber keine Rolle. Jeder nutzt diejenige Bühne, die ihm zur Verfügung gestellt wird. Der Effekt im Hintergrund ist bei allen der gleiche. Und auch wenn das viele nicht glauben können: Die meisten Menschen, auch diejenigen in hochrangigen Positionen, handeln nicht aufgrund böser Absicht. Sie handeln so, weil sie überzeugt sind und ihre eigene Geschichte wirklich glauben. Sie haben sich einfach so fest vorgenommen, dieses Spiel mitzuspielen, dass sie es nicht mehr erkennen können.

    Es liegt nicht an uns, sie zu urteilen. Es liegt an uns, diese Mechanismen in uns selbst zu erkennen. Dort können wir wirklich beginnen. Dort können wir etwas verändern. Wenn wir das tun, fällt unser Druck weg, andere verändern zu wollen, da wir jetzt aus eigener Erfahrung wissen, wie schwierig diese Veränderung ist.

    Das allsehende Auge über der Pyramide ist nicht die Elite. Es ist unser Ego.