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    4.5.2025AQ 2718
    »Wenn du lernen willst, auf der Welle des Lebens zu surfen, kannst du das nicht durch starre Strukturen lernen.«
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    »Wenn du lernen willst, auf der Welle des Lebens zu surfen, kannst du das nicht durch starre Strukturen lernen.«

    Während viele diesem Satz zustimmen können, ist es überhaupt nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Sowohl Programmierung als auch Widerstand zur Programmierung sind starre Strukturen. Viele Menschen streben sogar starre Strukturen an. Sie verwenden dafür aber euphemistischere Begriffe als starre Strukturen. Sie nennen es dann zum Beispiel "Morgenroutine".

    Und die meisten glauben, dass sie rational die Welt erfassen könnten. Sie berechnen zum Beispiel die Rentabilität von Projekten und merken überhaupt nicht, dass sie in der Theorie gefangen bleiben, während sie es in der Praxis nie versucht haben. Es kann sein, dass sich in der Praxis herausstellt, dass die theoretischen Berechnungen richtig waren. Und falls du ausgerechnet hattest, dass sich das Projekt nicht lohnt, merkst du jetzt, du hattest rein finanziell gesehen recht. Betrachtest du den Rest ehrlich, stellst du immer fest: Es stimmt nicht. Es hat sich gelohnt. Denn du hast sehr viel Neues gelernt. Du hast eine wertvolle Erfahrung gemacht.

    Es hat also keinen Wert, vorher rational klugzuscheißern. Doch diese starre Struktur des Klugscheißers wollen die wenigsten verlassen. Jeder will für sich selbst in der starren Rolle desjenigen bleiben, der alles zerdenkt oder gar nicht erst anfängt. Wenn du in deinen starren Strukturen bleibst, kannst du es zwar logisch richtig machen, es fehlt aber alles, was das Leben ausmacht. Absolute Ungewissheit. Du weißt nicht, was kommt, wenn du nichts tust. Und du weißt nicht, was kommt, wenn du etwas tust. Du kannst die Entwicklung nicht vorhersagen. Du kannst dich nur entscheiden, es zu tun oder nicht zu tun.

    Und selbst diese Entscheidung ist eine Illusion. Wenn du den Prozess der Entscheidung genau beobachtest, dann merkst du, dass es im Wesentlichen Hin- und Herdenken ist. Hin- und Herdenken ist keine Entscheidung treffen. Sogenannte Fakten und Argumente gegenüberzustellen ist keine Entscheidung. Die Entscheidung fällt tatsächlich immer spontan aus einem Gefühl heraus. Selbst dann, wenn du dieses Gefühl überhaupt nicht wahrnimmst.

    Ein besonderer Trick unseres Verstandes bei dem Versuch, auf der Welle des Lebens zu surfen, liegt darin, unsere Bereitschaft wieder im Keim zu ersticken. Er sagt dir dann: "Das ist ja alles schön und gut. Das kannst du ja auch so machen. Aber die anderen sind noch nicht so weit." Und selbst wenn das stimmt, dann erkennt er nicht die Chance, die darin liegt: Denn dann bist du halt der Erste.

    Hunderttausende Unternehmen und Agenturen suchen regelmäßig nach dem "USP", der "Unique Selling Proposition", also dem "Alleinstellungsmerkmal". Und wenn es dann direkt vor unserer Nase liegt, erscheint es uns entweder zu schwierig oder zu einfach. Ein Alleinstellungsmerkmal erhältst du dadurch, dass du alleine stehst. Und wir wollen alle ein Alleinstellungsmerkmal, ohne alleine zu stehen. Wir wollen die Bestätigung von anderen, die Bestätigung von unserem eigenen Verstand und damit die Bestätigung von starren Strukturen.

    Deshalb machen wir auch lieber noch eine Ausbildung oder Fortbildung, statt uns erst einmal dem Leben gegenüber zu öffnen und fließende Strukturen kennenzulernen. Unter Anleitung auf einer künstlichen Welle zu surfen, wäre immerhin ein erster Schritt. Es kann aber nie der letzte sein. Der letzte wichtige Schritt ist das Surfen auf der echten Welle.