»Echte Harmonie kann niemals im Widerstand zum Trauma erzeugt werden.«
Harmonie entsteht immer dann, wenn du dein eigenes Trauma oder das Trauma der anderen übergehst und ignorierst. Zumindest ist das die Art und Weise, wie die meisten Menschen versuchen, Harmonie herzustellen und dadurch mit ihrem Trauma umgehen beziehungsweise nicht umgehen. Dafür verwenden wir jede gesellschaftlich akzeptierte Strategie. Die anerkanntesten Strategien dafür sind: besonders lustig sein oder besonders liebevoll sein und besonders schlau sein.
Das sind alles Verteidigungsstrategien des Verstandes gegen das auftauchende Trauma. Sowohl das auftauchende Trauma in uns als auch das auftauchende Trauma in anderen. Wir verhindern dann unbewusst, dass wir oder andere ins Trauma abrutschen. Es ist ja auch nicht angenehm. Denn auch diesen Abrutsch ins Trauma fühlen wir.
Wenn wir besonders liebevoll sind, dann besänftigen wir den anderen oder uns selbst. Wenn wir besonders clever sind, dann denken wir darüber nach, was in uns oder im anderen vor sich geht. Und wenn wir besonders lustig sind, dann versuchen wir es mit Humor. Wir bringen andere und uns selbst zum Lachen. Und wenn das nicht mehr geht, dann werden wir sarkastisch. Keine dieser Varianten ist eine echte Lösung für unser Trauma. Jede dieser scheinbaren Lösungen verschiebt nur den Zeitpunkt des Ausbruchs beziehungsweise Zusammenbruchs.
Es gäbe noch eine andere Variante damit umzugehen und die würde uns direkt in ein höheres Bewusstsein führen. Diese Variante ist: Das Trauma bewusst wahrnehmen, also den Trigger bewusst wahrnehmen, der in dir das Trauma auslöst. Das Trauma, dass du den anderen besänftigen willst. Das Trauma, dass du dich selbst besänftigen willst. Das Trauma, dass du jetzt besonders liebevoll zu dir oder anderen sein möchtest oder auch das Trauma, dass du jetzt etwas Lustiges sagen willst. Unter diesen Reaktionen versteckt liegt nämlich Schmerz. Unser Schmerz. Denn wir fühlen Schmerz, wenn unser eigenes Trauma ausgelöst wird. Wir fühlen aber auch Schmerz, wenn das Trauma der anderen ausgelöst wird.
Die Lösung ist also Innehalten. Nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern immer dann, wenn es passiert. Nicht abends, wenn du dich gemütlich in dein Bett einkuschelst und die Gefühle des Tages noch einmal nachfühlst. Das ist nicht echt. Das ist der falsche Zeitpunkt. Echt wäre es in der Situation gewesen, in der du es fühlst. Dann kann Harmonie in dir entstehen und dann erzeugst du auch Harmonie.
Harmonie entsteht in Harmonie mit deinem Trauma.