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    30.4.2025AQ 2714
    »Tu einfach mal so, als würde Geld keine Rolle spielen.«
    0:008:03

    »Tu einfach mal so, als würde Geld keine Rolle spielen.«

    Kaum habe ich diesen Satz ausgesprochen, schon hast du Einwände. Du hast noch nicht einmal ausprobiert, wie es wäre, wenn du es einmal ganz kurz machen würdest. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es hart ist. Ich weiß, dass du denkst, dass Geld schmutzig ist. Ich weiß, dass du denkst, dass Geld die Welt regiert. Tatsächlich wird sie nicht vom Geld regiert, sondern vom Ego.

    Du weißt, dass ich keiner dieser Motivationsgurus bin, der dir das Blaue vom Himmel verspricht und dir Prunk und Protz vorlebt, um dir zu beweisen: Wenn ich es kann, dann kann es jeder. Erstens passt das nicht zu mir. Zweitens macht es mir gar keinen Spaß. Ich bin einfach nicht der Typ dafür. Und drittens ist bei mir etwas anderes passiert: Geld ist mir egal. Es geht in meinem Leben nicht ums Geld.

    Das bedeutet nicht, dass ich keines brauche. Das bedeutet auch nicht, dass ich keines habe. Aber es bedeutet, dass ich schon einmal gar keines hatte und auch keine Aussicht auf Geld hatte. Und ich habe genau das gemacht, wovon das heutige Zitat handelt. Ich habe so getan, als ginge es mir nicht ums Geld, als wäre es nicht wichtig und als würde ich es nicht brauchen. Und nein, das war kein sechswöchiger Onlinekurs. Es waren zehn Jahre meines Lebens. Und die meiste Zeit ohne Aussicht auf Verbesserung oder Veränderung.

    Ich habe mich immer wieder gefragt: Was würde ich tun, wenn Geld keine Rolle spielen würde? Die Schlussfolgerung des Verstandes ist so primitiv wie bescheuert. Er kommt dann mit allen möglichen Wünschen daher: Du würdest dir vielleicht eine Yacht kaufen und einen Privatjet und Party machen und teure Klamotten und Uhren und Taschen und Autos und was weiß ich sonst noch alles. Da kann man mal sehen, wie dumm unser Verstand ist. Denn so ist diese Aufforderung gar nicht gemeint.

    Ich meine: Wie würdest du mit dir und anderen umgehen, wenn Geld keine Rolle spielen würde? Ich meine damit dein Verhalten jenseits von Geld beziehungsweise jenseits von "dir etwas leisten können". Ein ganz konkretes Beispiel: Du hast gerade kein Geld mehr. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, wäre das ein Problem? Oder du hattest 50 Euro in der Tasche. Jetzt sind sie nicht mehr da. Scheinbar hast du sie verloren. Wäre das ein Problem für dich, wenn Geld keine Rolle spielen würde?

    Mir ist klar, dass das eine Gratwanderung ist, weil du tatsächlich intensiv fühlst beim Thema Geld. Versuch nicht, diese Gefühle durch dieses Zitat zu verdrängen, sondern lass sie durch dieses Zitat hier sein. Mach dir klar, dass du diese Gefühle, die jetzt gerade hier sind, nicht fühlen würdest, wenn Geld keine Rolle spielen würde. Du würdest auch nicht darüber nachdenken. Du würdest es ausgeben, wenn es da wäre und du würdest es nicht ausgeben, wenn es nicht da wäre.

    "Es spielt ja keine Rolle." Die meisten Menschen interpretieren diesen Satz immer so, als hättest du unendlich viel Geld. Tatsächlich bedeutet er etwas vollkommen anderes: Wie wärst du, wenn die Menge an Geld, die du besitzt, keine Rolle spielt? Wenn es tatsächlich egal ist, ob du sehr viel oder gar kein Geld hast? An der falschen Interpretation dieses Zitates kannst du sehen, wie eng unsere Programmierung mit Geld verknüpft ist. Du kannst gar nicht ohne Geld denken und es ist so mit dir verwoben, dass du auch nicht ohne den Gedanken daran handelst.

    Wenn Geld keine Rolle spielen würde, wärst du zum Beispiel jetzt schon großzügig. Nicht nur, aber auch mit Geld. Du könntest Dinge tun, die sich die meisten Menschen nicht einmal im Traum vorstellen können. Du könntest am 20. des Monats deine letzten 50 Euro auf eine Parkbank legen und heimgehen. Oder du könntest ein letztes Mal ins Restaurant gehen, dich verwöhnen lassen und nach Hause gehen. Du könntest dir eine Massage gönnen und nicht daran denken, dass du morgen kein Geld mehr hast. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, hättest du keine Angst vor Krypto. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, würdest du Bitcoin und Monero kaufen.

    Ich sage nicht, dass du das alles machen musst. Ich sage nur, was du könntest. Vor allem aber wärst du dabei frei von Körperempfindungen. Es kämen keine negativen Gefühle auf, du hättest keine stressigen Gedanken. Und du würdest eben auch nicht so handeln, als wäre Geld knapp, als würde Geld eine Rolle spielen.

    Wenn dein Verstand nicht ständig irgendwelche bescheuerten Wünsche kreieren würde, die viel Geld kosten, wärst du erstaunt, wie schnell dieser Zustand erreicht ist.