Durch die Zerstörung der Intuition entsteht erwachsenes Wollen. Erwachsenes Wollen ist Widerstand zum Moment. Kindliches Wollen ist das natürliche Navigationssystem.
Kindliches Wollen ist Intuition in Aktion. Erwachsenes Wollen ist das Gegenteil davon. Erwachsenes Wollen sieht überall Beschränkungen.
Und die erwachsenen Wünsche entstehen deshalb im Widerstand zu dem, wie es jetzt gerade ist. Wir glauben dann, das seien unsere authentischen Wünsche, doch wir hätten sie gar nicht, wenn uns unsere Intuition nicht ausgetrieben worden wäre.
Deshalb tun wir uns auch so schwer damit, unsere Wünsche zu realisieren. Denn der Grund für erwachsenes Wollen ist die Unmöglichkeit, ist der Konflikt. Erwachsene Wünsche entstehen aus dem, was nicht möglich ist.
Sie sind immer ein "weg von, hin zu". Du willst von dem Widerstand, den du jetzt gerade fühlst, weg, um ins Paradies zu kommen. Ein Kind lebt bereits im Paradies.
Es lebt im magischen Denken. Und dann werden ihm die Grenzen gezeigt. Diese Grenzen werden ihm nicht gezeigt, weil dort tatsächlich Grenzen sind.
Diese Grenzen werden dem Kind gezeigt, weil sie in der Vorstellung der Eltern existieren. Die Eltern leben in einem vollkommen künstlichen, ihren eigenen Interessen entgegenstehenden System. Sie glauben, dass sie sich damit arrangieren müssen.
Und sie können es sich nicht anders vorstellen. Und diese Vorstellungen übertragen sie auf ihr Kind. So erlebt das Kind, dass sein Wollen Widerstand auslöst.
Und mit diesem intuitiven Wollen des Kindes werden ganz unangenehme Gefühle verbunden. Das Kind wird eingeschränkt, demotiviert und niedergemacht. Selbst dann, wenn das nicht absichtlich geschieht.
Die Eltern glauben ja an das System, in dem sie leben. Und sie sind der Meinung, dass sie ganz besonders verantwortungsbewusst sind, wenn sie ihre Werte dem Kind übertragen. Sie können nicht sehen, dass das keine Werte sind und dass das auch gar nicht ihre Werte sind.
Sondern dass das die Prinzipien des Systems sind, die sie dem Kind übertragen. Und sie übertragen dem Kind diese sogenannten Werte, weil der Schmerz der Nichtanpassung größer wäre. Und zwar in allererster Linie der Schmerz der Nichtanpassung der Eltern.
Alles, was die Eltern also tun, tun sie nicht für die Kinder. Sie tun es für sich. Und sie tun es dafür, damit sie keinen Schmerz fühlen müssen.
Sie wollen nicht irritiert werden und sie wollen andere nicht irritieren und deshalb irritieren sie lieber ihre Kinder. Dabei fühlen sie zwar auch Schmerz, aber dieser Schmerz ist nicht so groß wie der Schmerz über die eigene verlorene Kindheit. Und so wird der Schmerz unserer Kindheit weitergegeben.
So wird aus intuitivem Wollen erwachsenes Wollen im Widerstand. Es wird immer wieder behauptet — und das ist extrem populär — dass das Ego materialistisch sei. Unser Ego würde also materialistische Wünsche erzeugen.
Das ist aber überhaupt nicht der Kern von Ego-Wollen. Der Kern von unserem Ego, das etwas will, ist die anerzogene Schwierigkeit, es zu bekommen. Die anerzogene Unvereinbarkeit mit Leichtigkeit und die anerzogene Idee, dass es nicht immer nach unserem Kopf gehen kann.
Und das, obwohl es überhaupt nicht unser Kopf ist, der etwas will. Jetzt schon, früher nicht. Was uns im Weg steht, ist aber noch nicht einmal unser Kopf.
Was uns im Weg steht, sind all die gelernten Programme, warum es nicht geht. Und daraus ergibt sich unsere Unfähigkeit, unserer Intuition zu folgen. Diese Unfähigkeit, unserer Intuition zu folgen, wird auch von unserem gesamten Umfeld bestätigt, denn unser Umfeld hat die gleiche Programmierung wie wir.
Und nichts fällt den Menschen leichter, als zu bestätigen, dass etwas schwer ist oder sogar unmöglich. All das ist der Grund für einen ganz einfachen Zusammenhang: Wenn du dein erwachsenes Wollen loslässt oder ignorierst, kommst du automatisch zurück zu deiner kindlichen Intuition.