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    26.3.2025AQ 2679
    »Der Objektivitätsanspruch an uns selbst sorgt für maximale Verwirrung.«
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    Der Objektivitätsanspruch an uns selbst sorgt für maximale Verwirrung. Du als Subjekt kannst nicht objektiv sein. Du kannst es versuchen, aber du wirst es nie erreichen. Denn es gibt dich nicht ohne deine Geschichte und es gibt dich nicht ohne deine Gefühle. Du als Subjekt kannst nicht objektiv sein. Wenn du es trotzdem versuchst, wirst du krank. Und in diesem Zustand leben wir. Du kannst nichts und niemanden objektiv beurteilen. Aber du kannst vollkommen zu deinem subjektiven Eindruck stehen. Das ist ein immenser Unterschied und dieser Unterschied bewegt Welten. Er katapultiert dich in eine vollkommen neue Dimension. Dabei ist es immens wichtig, dass du nicht anderen gegenüber zu deinem subjektiven Eindruck, deiner Subjektivität stehen musst, sondern dir selbst gegenüber. Denn dir selbst gegenüber fällt es dir am schwersten. Du kannst mit Hilfe von anderen üben, zu dir zu stehen, aber dein Examen musst du komplett alleine machen, indem du in dir vor dir selbst zu dir und deiner Subjektivität stehst. Spätestens seit deiner Schulzeit wird dir etwas anderes beigebracht. Du wirst immer wieder dazu genötigt, vermeintlich objektiv auf Dinge und Situationen zu schauen. Das ist das eigentliche "in den Kopf gehen". Durch diese Forderung bist du gezwungen, die ganze Zeit zu denken. Es ist dir jetzt nicht mehr möglich zu sagen: "Ich möchte, weil ich fühl es so!" Du sollst es jetzt logisch begründen. Und diese Logik bringt dich weg von deiner Subjektivität und sie führt dich in eine imaginierte Objektivität. Diese Objektivität ist nur vorgestellt, sie ist nicht echt. Sie existiert nur in deiner Fantasie und in der Fantasie der anderen. Doch diese Fantasie ist nicht emotional. Sie ist leer, emotionslos. Denn wenn du denkst, kannst du nicht fühlen. Multitasking funktioniert auch in diesem Bereich nicht wirklich. Diese Objektivierung unseres Lebens sorgt dafür, dass wir glauben, wir könnten uns und alle und alles miteinander vergleichen. Es sorgt auch dafür, dass wir denken, wir könnten durch Erörterung zu einem Ergebnis und zu einer Entscheidung kommen. Das sorgt für die Abspaltung von uns, wie wir tatsächlich sind. Wir sind emotionale Wesen. Alles Wesentliche wird entweder unbewusst oder über unsere Gefühle gesteuert. Durch die Idee von Objektivität und die Durchsetzung von Objektivität kommt es zu extremer Verwirrung in uns. Wir können uns dadurch gar nicht mehr zurechtfinden. Denn denken kannst du alles. Du kannst deine Gedanken sogar jederzeit verändern. Nur deine Gefühle ziehen da nicht so schnell mit. Die sind durchweg zäher als deine Gedanken. Im Streben nach Objektivität negierst du also deine Gefühle. Etwas, das es nicht gibt, nämlich Objektivität, wird gegen etwas aufgewogen, das es tatsächlich gibt, nämlich deine Gefühle. Tatsächlich wird es aber natürlich nicht aufgewogen. Du unternimmst aber den Versuch, in dir. Und andere unternehmen den auch, in sich und dann natürlich auch dir gegenüber. Und genauso versuchst du es anderen gegenüber. Diese Mechanismen kannst du überall beobachten. Am allerbesten in dir selbst, während du denkst.