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    22.3.2025AQ 2675
    »Storytelling ist die größte Krankheit im Marketing.«
    0:008:51
    Storytelling ist die größte Krankheit im Marketing. Die sogenannten Personen des öffentlichen Lebens erzählen nicht, wie es wirklich war. Sie denken nachträglich darüber nach, was sie erlebt haben und kreieren eine Geschichte daraus. Und aus dieser Geschichte leiten sie ihre Programme ab. Diese Programme haben mit dem, wie es bei ihnen war und was sie erlebt haben, rein gar nichts mehr zu tun. Ich habe ein ganz einfaches Beispiel für dich. Das kannst du aber auf alles übertragen und du kannst es selbst beobachten. Es gibt einen Menschen, der berichtet davon, dass er sehr krank war. Und er berichtet auch davon, wie sich das geändert hat. Es kam jemand von außen, der hat ihm etwas gesagt und daraufhin wurde er gesund. Ihm war dann klar, dass er sein Leben vollkommen ändern muss. Und das hat er dann auch getan. Und jetzt spricht er darüber, was ihm geschehen ist und was er verändert hat. Bis dahin ist alles vollkommen in Ordnung. Doch sobald es um die berufliche Veränderung geht, wird das Ganze extrem schräg. Bevor ich darauf eingehe, ist es aber noch wichtig festzuhalten, dass ihm der erste Schritt passiert ist. Es ist geschehen. Er hat nichts gemacht. Es ist einfach passiert. Und das ist ein Muster, das du ganz oft beobachten kannst. Irgendetwas passiert und das gesamte Leben ändert sich. Das ist etwas, das sich die Menschen nicht auf die Fahne schreiben können. Deshalb reden sie entweder nicht so gerne darüber oder sie erwähnen es zwar, doch dieser Aspekt findet keinen Eingang in das, was sie anschließend daraus machen. Denn das, was er jetzt beruflich daraus macht, ist so schräg. Das kann man kaum in Worte fassen. Er bietet jetzt Seminare an. Du kannst diese Seminare buchen. Und dann gibt es dort gesunde Ernährung, Yoga, Meditation. All das, was es dort gibt und von dem er verstanden hat, dass er es tun muss, weil er sein Leben ändern muss, hat nichts mit der Veränderung in seinem Leben zu tun. Dadurch kam diese Veränderung nicht. Diese Veränderung kam über ihn. Er hat natürlich auch einen Podcast und interviewt jetzt andere erfolgreiche Seminarleiter und Coaches. Auch die waren vorher kein Bestandteil seines Lebens. Die kommen jetzt nur zu ihm, weil er erfolgreich ist. Es ist vollkommen egal, wer das ist. Wahrscheinlich kennst du ihn gar nicht. Aber dieses Muster, das kannst du überall wahrnehmen. Du kannst es sehen. Sobald Menschen ihre Geschichte vermarkten, sobald Menschen ihre Geschichte zu einem Teil ihres Berufes machen, wird es sehr schräg und vor allem unauthentisch. Und das hat einen sehr einfachen Grund: Sie gehen mit ihrer Geschichte in den Kopf und erzählen sie als eine Art Verstandeserklärung, die sich schön anhört, weil ihnen das tatsächlich Erlebte zu banal vorkommt. Das tatsächlich Erlebte ist aber deine Realität und es ist auch deren Realität. Doch darüber spricht keiner. Und dann sollst du lernen, in deren Seminar, das vollgepackt ist mit irgendeinem bescheuerten Programm, wie man richtig lebt. Denn mit ihren Seminaren machen sie es genau so wie mit der Erklärung oder wie mit ihrer Geschichte. Sie überlegen sich, wie sie ein Wochenende, fünf Tage oder eine Woche oder zwei Wochen mit einem Programm füllen können. Und dann füllen sie es mit Inhalten, mit denen sie bisher überhaupt nichts zu tun haben oder die sie zwar kennen, die aber mit der Veränderung in ihrem Leben überhaupt nichts zu tun haben. Und diese Inhalte für ihr Programm, die kreieren sie nur, weil sie Angst haben, dass irgendjemand sagt: "Das war kein gutes Seminar." Oder: "Es war langweilig." Sie wollen keinen Hänger haben. Sie wollen immer wissen, was sie jetzt gerade tun müssen und was als Nächstes kommt. Und das sind dann die Menschen, die dir sagen: "Du sollst im Moment leben." Idiotischer geht's kaum. Denn du glaubst denen ja. Irgendwie haben die ja auch Charisma und eine ganz nette Ausstrahlung. Aber sie denken halt, dass das zum Erfolg dazugehört, sich und seine Geschichte zu vermarkten und ein durchgetaktetes Programm für sein Seminar zu haben. Verbunden mit der Lüge der Geschichte, die sie hinterher erzählen. Yoga war nämlich vorher gar kein Teil ihres Weges. Meditation auch nicht. Jetzt machen sie Yoga. Jetzt meditieren sie. Aber erst, nachdem sie das erlebt haben. Sie tun aber so, als würde dich Yoga und Meditation dorthin bringen, was sie erlebt haben. Das ist mindestens falsch und unwahr oder sogar gelogen. Wahrscheinlich ist es ihnen gar nicht bewusst und ihnen ist auch überhaupt nicht klar, dass sie das Hamsterrad und ihre Programmierung überhaupt nicht verlassen haben. Sonst könnten sie ein Seminar ohne Programm anbieten. Wenn Verbiegen der Preis für Erfolg ist, dann vielleicht doch lieber keinen Erfolg. Wahrscheinlich ist es aber gar kein Verbiegen, sondern einfach die Fortführung der bestehenden Programme. Das sind dann übrigens auch diejenigen, die als besonders authentisch gelten. Die haben in ihrem eigenen Unterbewusstsein noch keine drei Millimeter gegraben, wollen dir aber zeigen, was du falsch machst. Und dann zeigen sie dir das, was sie selbst nicht gemacht haben. Und trotzdem hat sich in ihrem Leben etwas verändert. Würden sie das genau beobachten, müssten sie sagen: "Es ist mir geschehen."